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Viele Gastwirte haben Angst, dass wegen Corona im Winter die Kundschaft ausbleibt. Manche setzen ihre Hoffnungen jetzt auf spezielle Luftfilter – wie z. B. eine Heidelberger Traditionsgaststätte.

Das "Essighaus" in der Plöck ist eine echte Heidelberger Institution. Normalerweise platzt das Lokal abends aus allen Nähten, aber seit Corona ist alles anders. Bis vor Kurzem, sagt Mitinhaber Stefan Eberle, habe man mit der Außenbestuhlung im Hof noch ein einigermaßen gutes Geschäft gemacht, doch damit ist jetzt Schluss.

Filteranlagen für die Klinik

Aus Angst vor einer möglichen Ansteckung wollen viele Gäste nicht drinnen sitzen – und genau deshalb kamen Eberle und sein Geschäftspartner Karsten Springer auf die Idee mit dem Luftfilter. "Wir hatten einen Bericht über Filteranlagen gesehen, die in Operationssälen eingesetzt werden. Diese Anlagen können die Kubikmeteranzahl umwälzen, die wir für unsere Räume benötigen – und sie sind für den medizinischen Bereich zertifiziert", sagt Eberle.

Gastwirte Stefan Eberle und Karsten Springer (Foto: SWR)
Die Gastwirte Stefan Eberle und Karsten Springer setzten auf moderne Luftfilter

Für Klassenzimmer getestet

Auch Experten des Umwelt-Bundesamtes und anderer Einrichtungen haben solche Luftfilteranlagen bereits unter die Lupe genommen. Sie bestätigen, dass ein geeignetes System die Konzentration von Aerosolen z. B. in einem Klassenraum um bis zu 90 Prozent senken kann. Die beiden Gastronomen hoffen, dass das dann auch in ihren Gasträumen funktionieren wird – und ihre Gäste wieder zurückkommen.

Teure Technik

Rund 37.000 Euro kosten die beiden Filter, wenn man sie kauft. Für das "Essighaus" habe man sie aber geleast. Die schrankartigen Kästen sind 80 x 80 x 2,20 Meter groß und werden jetzt installiert.

Angst vor zweitem Lockdown

Die Geräte saugen die Luft im Fußbereich auf drei Seiten an und geben sie in zwei Metern Höhe gereinigt wieder ab. Dadurch soll eine gute Zirkulation gewährleistet sein, erklärt Stefan Eberle. Trotzdem hat er Angst – und zwar vor einem drohenden zweiten Lockdown. "Wenn man daran denkt," sagt er, "bekommt man ein ganz furchtbares Gefühl in der Magengegend. Es tut einfach weh zu sehen, dass das, was man mit Herzblut betreibt, so kaputt gemacht wird." Jetzt bleibe ihm nur noch die Hoffnung, dass es nicht dazu kommen werde.

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