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Die Kontaktnachverfolgung ist für die Gesundheitsämter ein enormer Aufwand, aber auch dringend notwendig. Die Luca App soll das vereinfachen. In Heidelberg wird sie jetzt eingesetzt.

Am Ladeneingang vom Modehaus Niebel in Heidelberg hängt ein QR-Code, ausgedruckt auf Papier. Diesen soll die Kundschaft vor dem Betreten mit der Luca App auf ihrem Handy abscannen und dadurch einchecken. Beim Verlassen dann wieder über die App auschecken.

Das Modehaus Niebel in Heidelberg nutzt die Luca App fürs Handy zur Kontaktnachverfolgung bei Corona (Foto: SWR)
Check-In mit der Luca App: Vor dem Betreten sollen Kundinnen und Kunden einen QR-Code abscannen.

Modehaus Niebel war Pilotprojekt für Luca App

Das Modehaus war eines der ersten im Rhein-Neckar-Kreis, das die Luca App getestet hat, sagt Geschäftsführer Bernd Niebel. Und war somit ein Pilotprojekt vom Gesundheitsamt. Auch in anderen Gemeinden gibt es schon ähnliche Systeme für die Kontaktnachverfolgung, so wie die App "Doo war ich drin" in Brühl.

"Für mich als Modehändler ist der Kundenkontakt unverzichtbar. Die Kunden möchten die Ware anfassen, fühlen, emotional erleben und natürlich auch anprobieren. Die Luca App ist dafür ein tolles Medium, um Geschäftsschließungen und Lockdowns zu vermeiden."

Bernd Niebel, Geschäftsführer der Niebel KG

Luca App ersetzt Kontaktdaten auf Papier

Schriftlich in einer Tabelle die eigenen Kontaktdaten hinterlegen - das soll es im Modehaus in Heidelberg bald nicht mehr geben. Hier will man nur noch mit dem Luca System arbeiten. Auf die Kundendaten hat das Modehaus durch dieses System keinen Zugriff - anders als bei den Zetteln.

Wie funktioniert die Luca App?

Durch das Einchecken entsteht eine Historie, wann man wo war. Das Gesundheitsamt kontaktiert einen bei einem Corona-Fall per App. Das Amt darf die eigenen Daten aber erst einsehen, wenn man das genehmigt. Danach meldet sich das Gesundheitsamt bei den betroffenen Lokalitäten aus der Historie. Die geben über das System weiter, welche anderen App-Nutzer in diesem Zeitraum bei ihnen waren.

Daten sind verschlüsselt

Die Daten seien aber zu jeder Zeit verschlüsselt und können nur im Bedarfsfall vom Gesundheitsamt gelesen werden, schreiben die App-Betreiber auf ihrer Webseite.

Das Modehaus Niebel in Heidelberg nutzt die Luca App zur Kontaktnachverfolgung bei Corona (Foto: SWR)
Jede Lokalität hat ihren individuellen QR-Code, den die Kundschaft vor dem Betreten abscannen muss.

Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis ist an Luca App gekoppelt

Die App soll bald landesweit zum Einsatz kommen. Bisher sind aber noch nicht alle Gesundheitsämter daran angeschlossen. Das im Rhein-Neckar-Kreis schon. Eine große Entlastung, denn die Daten in elektronischer Form seien leichter zu verarbeiten, sagt Stefan Kramer vom Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis.

„Außerdem gibt es dann die Möglichkeit, diese elektronisch übermittelten Daten direkt in unsere Datensysteme zu übernehmen. Und ein dritter Punkt ist sicherlich der, dass die Richtigkeit dieser Daten gewährleistet ist, dadurch, dass die Telefonnummer des Nutzers auf jeden Fall richtig sein muss, ansonsten bekommt er gar keinen Zugang zur Luca.“

Stefan Kramer, Gesundheitsamt Rhein-Neckar-Kreis

Denn bei der Registrierung in der Luca App, bekommt man einen Bestätigungscode per SMS aufs Handy.

Corona-Warn-App soll Check-In bekommen

Die Betreiber der Corona-Warn-App ziehen jetzt nach. Auch hier soll es demnächst eine Möglichkeit für einen Check-In in Lokalitäten geben.

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