Von Montag bis Mittwoch streiken die Lokomotivführer - auch am Mannheimer Hauptbahnhof. (Foto: SWR)

Lokführer-Streik

Noch immer massive Zugausfälle am Mannheimer Hauptbahnhof

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Der Mannheimer Hauptbahnhof ist einer der großen Bahnknotenpunkte in Deutschland. Doch seit Montagfrüh gibt es wegen des Lokführer-Streiks erneut viele Zugausfälle.

Auch am Dienstag sorgt der Lokführer-Streik nach wie vor für massive Zugausfälle. Am Mannheimer Hauptbahnhof herrscht aber anstatt Trubel einfach nur Ruhe. Viele konnten sich auf den Streik vorbereiten, da er schon seit Freitag bekannt ist. Zudem gibt es Alternativen zum Zug, wie zum Beispiel Buslinien.

Die Lokführer der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) streiken: Seit Montagfrüh zwei Uhr und noch bis Mittwochfrüh zwei Uhr. Das sorgt für große Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr.

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Nur etwa ein Viertel der Züge fahren

Vom Mannheimer Hauptbahnhof fahren kaum Fernzüge ab. Im Nahverkehr sind etwa drei Viertel der Bahnverbindungen gestrichen. Ein Vertreter der GDL erklärte gegenüber dem SWR Mannheim, dass im Bezirk Baden-Württemberg/Rheinland-Pfalz/Saarland im Laufe des Tages etwa 500 Lokführer und weiteres Bahnpersonal am Streik teilnehmen werden.

GDL streikt am Mannheimer Hauptbahnof (Foto: SWR)
Um 9 Uhr fand eine Kundgebung der Lokführergewerkschaft (GDL) vor dem Mannheimer Hauptbahnhof statt.

GDL streikte vor dem Hauptbahnhof

Mit der Beteiligung an dem Streik sei die GDL sehr zufrieden, sagte Lutz Dächert, Bezirksvorsitzender der GDL Süd-West. Am Montag um neun Uhr hatten sich er, ein paar Lokführer und anderes Bahnpersonal zu einer Kundgebund vor dem Mannheimer Hauptbahnhof getroffen. Dort sagte er: Das Streikende sei jetzt erstmal bis Mittwoch zwei Uhr geplant, und dann müsse man sehen, ob die Bahn der GDL ein schriftliches Angebot zukommen lässt.

"Wir treffen den Bahnreisenden, was eigentlich nicht unser Ziel ist. Aber der Druck muss aufgebaut werden und das funktioniert eben nur so, wie wir es machen."

Sofortiges Streikende bei Angebot von Bahn

Stefan Gaadt, Lokführer bei der DB Regio (Foto: SWR)
Stefan Gaadt ist Lokführer bei DB Regio. Seit Montagfrüh streikt er mit einigen seiner Kameraden.

Die GDL habe Verhandlungen mit der Bahn geführt und auch sonst viel versucht, aber die Bahn wolle ihnen kein Stück entgegenkommen, sagte Stefan Gaadt von der GDL Süd-West. Er arbeitet als Lokführer bei der DB Regio. Den Frust der Bahnreisenden könne er verstehen, aber einen richtigen Zeitpunkt für einen solchen Streik gebe es nie.

"Wenn die Bahn ein verhandelbares Angebot vorlegt, werden wir den Streik unterbrechen."

Mannheimer Hauptbahnhof am ersten Streiktag

Gähnende Leere an und auf den Bahnsteigen in Mannheim am Montag. Auf der großen Anzeigetafel in der Halle des Hauptbahnhofs stand fast hinter jeder Verbindung "Zug fällt aus" und so lauteten auch die meisten Durchsagen. Die Bahn hatte empfohlen, Reisen nach Möglichkeit zu verschieben. Urlaubsreisende mit Koffer waren auch kaum welche da. Und wenn doch, dann wirkten sie relativ entspannt.

"Besser da fährt einer mit Verspätung als überhaupt keiner."

Ärger bei Berufspendler

Der Empfehlung der Bahn konnten einige Berufspendler aber nicht nachkommen, denn sie müssen zur Arbeit. Dementsprechend groß war deren Frustration. Eine Pendlerin am Mannheimer Hauptbahnhof berichtete dem SWR Mannheim, dass sie zu Normalzeiten eine Viertelstunde zur Arbeit brauche, jetzt seien es zwei Stunden.

"Ich bin jetzt zu spät und morgen wieder. Wer zahlt mir diese Zeit?"

"Mich stört der Streik extrem, weil er mein Geld kostet."

Einige hatten Verständnis für den Lokführer-Streik, aber eben nicht zu den Stoßzeiten.

"Man sollte sich auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlassen können und kann es aber nicht."

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