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Das Heidelberger Landgericht hat eine Frau wegen gefährlicher Körperverletzung zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Die fünffache Mutter hatte einer anderen Frau eine Glasscherbe in den Hals gerammt.

Vorangegangen war ein Trinkgelage der beiden Frauen mit gemeinsamen Bekannten in der Wohnung eines Freundes. Die Angeklagte soll ihr späteres Opfer provoziert habenz, und die anfänglich gute Stimmung kippte.

Gerangel endet blutig

Im Flur vor der Wohnung ging die fünffache Mutter dann mit einer abgebrochenen Bierflasche auf ihre Bekannte los. Es gab ein Gerangel, bei dem das spätere Opfer auf der Angreiferin saß. Diese griff sich eine Scherbe vom Boden und rammte sie der Frau in den Hals.

13-jähriger Sohn des Opfers ging dazwischen

Das Opfer erlitt durch die Glasscherbe einen langen Schnitt, der die Halsschlagader aber verfehlte und nicht lebensgefährlich war. Einen Bekannten, der schlichten wollte, verletzte die Angeklagte an der Hand. Der 13-jährige Sohn des Opfers schlug der Angreiferin dann mit einer Flasche auf den Kopf. Sie erlitt eine Platzwunde.

Schwere Körperverletzung und kein versuchter Totschlag

Die Angeklagte nahm das Urteil von vier Jahren und sechs Monaten fast regungslos auf, Bekannte im Saal brachen in Tränen aus. Eigentlich war die Frau sogar wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Immer wieder Probleme mit Alkohol

Laut Richter sei sie aber durch den Alkohol nur vermindert schuldfähig gewesen. Sie habe aber Vorstrafen wegen ähnlicher Taten im Zusammenhang mit Alkohol. Die Frau hatte bei dem Angriff laut Zeugen außerdem die Worte: "Ich töte dich" benutzt.

Dann hatte sie aber von ihrem Opfer abgelassen. Der Richter wertete das als strafmildernd und sah in der Tat keine versuchte Tötung. Verurteilt wurde sie wegen schwerer Körperverletzung. Die Angeklagte muss außerdem 4.000 Euro Schmerzensgeld an ihr Opfer zahlen.

Chance auf vorzeitige Entlassung

Das Gericht ordnete die Einweisung in eine Entziehungsanstalt an. Wenn die Frau die Therapie dort erfolgreich abschließt, hat sie die Chance, nur die Hälfte ihrer Strafe absitzen zu müssen, so der Richter.

Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig. Innerhalb von einer Woche kann Revision eingelegt werden.

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