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Für die Landwirte ist es ein Schock: Seit Mittwoch dürfen Erntehelfer aus Osteuropa nicht mehr nach Deutschland einreisen. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Rhein-Neckar ist ratlos.

Wolfgang Guckert Kreisbauernverband (Foto: SWR)
Wolfgang Guckert

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Wolfgang Guckert sagte dem SWR, dass mit dem Ausbleiben der ausländischen Saisonarbeitskräfte nicht nur die jetzt anstehende Aussaat bedroht sei, sondern auch die Ernte. Dies betreffe sowohl die Spargel-, als auch die Erdbeerernte. Das werde zu Lücken im heimischen Angebot führen.

90 Prozent der Helfer fehlen

Um diese Situation zu verhindern, müsse man sich kurzfristig um Ersatzkräfte bemühen. Insgesamt fehlen laut Guckert rund 90 Prozent der Helfer.

Viele Bewerbungen eingegangen

Zahlreiche Betriebe hätten derzeit noch überhaupt niemanden, der bei der Ernte hilft. Gleichwohl gebe es viele Bewerbungen von einheimischen Arbeitskräften. Laut Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner haben sich über ein neu eingerichtetes Jobportal innerhalb weniger Stunden rund 16.000 Helfer registriert.

Fachkräfte unverzichtbar

Wolfgang Guckert sagte dem SWR, das sei ein sehr erfreuliches Zeichen. Trotzdem benötige man auch Fachkräfte, die fünf oder sogar sechs Tage pro Woche für jeweils acht bis zehn Stunden zur Verfügung stünden. Wer an diese Arbeit nicht gewöhnt sei, für den sei sie sehr schwer - besonders beim Spargelstechen.

Klare Regeln gefordert

Guckert fordert jetzt von der Politik klare Regeln im Umgang mit diesen Ersatz-Arbeitskräften. Bei vielen Landwirten gehe es um die nackte Existenz. Wenn die Ernte weiterhin so schleppend anlaufe, würden das auch die Verbraucher zu spüren bekommen.

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