Im Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch hat die Martin-Buber-Schule in Heppenheim (Kreis Bergstraße) einen Projekttag gestartet. (Foto: SWR)

Projekt "Brich dein Schweigen - Hinter jedem Missbrauch steckt ein Gesicht"

Sexueller Kindesmissbrauch: Schule in Heppenheim klärt auf

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Sarah Hennings
Sarah Hennings, SWR-Regionalstudio Mannheim (Foto: SWR)

Sexueller Kindesmissbrauch nimmt zu - auch in Hessen. Das teilte der Kreis Bergstraße mit. Im Kampf dagegen hat an einer Heppenheimer Schule nun ein Projekttag stattgefunden.

Weil immer mehr Kinder und Jugendliche auch in Hessen Opfer sexueller Gewalt werden, hat der Kreis Bergstraße im Frühjahr 2022 gemeinsam mit lokalen Vereinen und dem Polizeipräsidium Südhessen die Kampagne "Brich dein Schweigen - Hinter jedem Missbrauch steckt ein Gesicht" gestartet. Mit einem Projekttag an der Martin-Buber-Schule in Heppenheim (Kreis Bergstraße) wurde diese Initiative nun weiter unterstützt.

Zentrales Thema: Gefahren im Netz

Unter dem Motto "Gefangen im Netz - Brich dein Schweigen" haben Expertinnen und Experten am Dienstag an der Schule auf das Thema "sexueller Missbrauch" aufmerksam gemacht. Rund 80 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 13 und 14 Jahren haben an dem Projekttag teilgenommen. Zunächst haben sich die Schüler einen Aufklärungsfilm über sexuellen Missbrauch an Kindern angeschaut. Im Anschluss konnten die Jugendlichen Fragen an mehrere Experten der Polizei Südhessen und an einen Schulpsychologe stellen. Das junge Publikum fragte sich unter anderem: "Wie lange dauert es, bis ein solcher Kriminalfall aufgeklärt wird?", "Was war die härteste Strafe, die ein Täter bekommen hat?" und "Wie wird man zum Täter?".

Polizei gibt Tipps gegen sexuellen Missbrauch im Netz

Damit Kinder und Jugendliche nicht Opfer sexuellen Missbrauchs im Internet und den sozialen Netzwerken wie Facebook, Snapchat oder Instagram werden, raten die Experten der Polizei dazu, die Privatsphäreeinstellung einzuschränken und Pseudonyme zu verwenden, damit nicht jeder mit jedem Kontakt aufnehmen kann. Die Polizei warnt außerdem vor Videospielen, in denen Kinder mit fremden Menschen digital zusammen spielen. Dies sei für Täter eine beliebte Strategie, um mit jungen Menschen in Kontakt zu treten.

Im Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch hat die Martin-Buber-Schule in Heppenheim (Kreis Bergstraße) einen Projekttag gestartet. (Foto: SWR)
Im Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch hat die Martin-Buber-Schule in Heppenheim einen Projekttag gestartet. Ein Banner des Aufklärungsprojekts wurde dafür am Dienstag auf dem Schulhof angebracht.

Ziele des Projekts gegen sexuellen Kindesmissbrauch

Das Ziel hinter dem Aufklärungsprojekt: Kinder und Jugendliche zu schützen und Täterinnen und Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Denn die Zahl der Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen steigt, so der Kreis in einer Mitteilung. Vor allem durch die digitalen Medien gebe es für Täterinnen und Täter inzwischen neue Wege, sich potentiellen Opfern anzunähern.

Kampagne gegen Kindesmissbrauch im Kreis Bergstraße

Die eigentliche Kampagne mit dem Namen "Brich dein Schweigen - Hinter jedem Missbrauch steckt ein Gesicht" ist bereits vergangenes Jahr gestartet. Sie wurde vom Verein Bürger und Polizei Bergstraße, den Rotary Clubs der Region sowie dem Polizeipräsidium Südhessen ins Leben gerufen. Nach Angaben des Kreises konnten mit diesem Projekt bislang rund 15.000 Schülerinnen und Schüler erreicht werden.

"Mit dieser (...) Kampagne wollen wir die Schutzbedürftigen unserer Gesellschaft, (...) nachhaltig schützen und gleichzeitig die Gesellschaft dazu auffordern, aktiv zu werden."

Ziel: Mehr Sensibilität durch Fünf-Punkte Plan schaffen

Die Kampagne basiert auf einem sogenannten Fünf-Punkte Plan. Damit gemeint sind die Themen: Gesellschaftliche Enttabuisierung, Früherkennung gewährleisten, Beratungsangebote und Hilfsangebote bekannter zu machen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Südhessen geht es aber auch darum, Täter zu verunsichern und zu identifizieren.

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