Universitätsklinikum Mannheim Heidelberg Fotocollage (Foto: dpa Bildfunk, SWR, picture alliance/ Uwe Anspach/Uli Deck/dpa/Collage: SWR)

So groß wie die Berliner Charité

Kommt die Fusion der Kliniken in Heidelberg und Mannheim?

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Ein Krankenhaus so groß wie die Berliner Charité: Das könnte die mögliche Fusion der Unikliniken Heidelberg und Mannheim bedeuten. Die Entscheidung zieht sich aber hin.

Die Rhein-Neckar-Region zieht in Sachen Klinikfusion an einem Strang. Die Direktoren der Unikliniken in Heidelberg und Mannheim sind sich einig, dass der geplante Zusammenschluss gut wäre.

Nach der Fusion knapp 4.000 Betten

Ein fusioniertes Klinikum Mannheim-Heidelberg würde über 3.900 Betten verfügen und 18.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Die Charité in Berlin hat 3.000 Betten und 16.400 Beschäftigte. Auch bei den Patientenzahlen wäre ein Großklinikum mit der Charité vergleichbar.

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Zusammenarbeit von Medizin und Forschung

Zur "Heidelberg Mannheim Health and Life Science Alliance“ würden auch Forschungsinstitute gehören, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) und das Max-Planck-Institut in Heidelberg.

"Ich glaube, Heidelberg und die Region haben eine immense Chance (...) zum stärksten Wissenschaftsstandort in Deutschland mit internationaler Ausstrahlung zu werden."

So sieht das auch der medizinische Geschäftsführer und Ärztliche Direktor des Mannheimer Universitätsklinikums Hans-Jürgen Hennes. In der Region sei es beschlossene Sache, eine gemeinsame Zielrichtung einzuschlagen.

"Der Weg dahin ist etwas, was abhängig ist von der Richtungsentscheidung der Regierung."

Diese Entscheidung der baden-württembergischen Landesregierung lässt aber auf sich warten. Das sieht man auch im Mannheimer Rathaus kritisch. Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) als Aufsichtsratsvorsitzender der Universitätsmedizin Mannheim wünscht sich eine Grundsatzentscheidung.

Die Trägerschaft des Mannheimer Universitätsklinikum ist geteilt. Das Land ist verantwortlich für die Forschung, die Stadt für die Patientenversorgung.

Das Land Baden-Württemberg zögert

Die zuständigen Minister der baden-württembergischen Landesregierung sind der Meinung, dass der Prozess mehr Zeit brauche. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) empfindet den "Schwebezustand" dennoch als belastend. Aus ihrer Sicht müsse bei einer Entscheidung allerdings vieles bedacht werden, nicht zuletzt die Finanzierung.

Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) betont, es müsse eine "ideale Lösung“ gefunden werden. Einen Zeitplan nennt er nicht.

Eine Fusion der beiden Unikliniken würde laut Stadt Mannheim gut 40 Millionen Euro kosten.

Der formale Prozess über die Prüfung einer Fusion läuft, wenn auch ergebnisoffen. Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) fordert schnellstmöglichst ein Bekenntnis der baden-württembergischen Landesregierung zur Fusion.

"Ich glaube ein Scheitern der Fusion wäre ein großer Rückschlag für das Land Baden-Württemberg. Es gibt also keinen Plan B, der kein Geld kostet, und deswegen setzen wir auf den Plan A."

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