Kinder-Vesperkirche in Mannheim (Foto: SWR)

Über 1.700 junge Besucher zu Gast

Mannheimer Kindervesperkirche geht zu Ende

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Viele Schulklassen und Kitas haben an der 15. Mannheimer Kindervesperkirche teilgenommen. Die Evangelische Kirche fordert eine zielgerichtete Unterstützung von Kindern in Armut.

Zwei Wochen lang strömten Tag für Tag rund 130 Kinder aus verschiedenen Mannheimer Grund- und Förderschulen in die Kindervesperkirche. Dazu kamen viele junge Gäste aus der unmittelbaren Nachbarschaft. In diesem Jahr gab es das Angebot an zwei verschiedenen Standorten - in der Jugendkirche auf dem Waldhof im Mannheimer Norden sowie an der Rheinaugrundschule im Süden der Stadt.

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Weihnachtsgeschenke für die Familie basteln

Für die jungen Besucherinnen und Besucher stand vor allem gemeinsames Spielen und Basteln auf dem Programm. Viele Kinder nutzen die Gelegenheit, um kleine Weihnachtsgeschenke für ihre Familien vorzubereiten. Andere hörten gebannt den Geschichten zu, die Lesepaten vortrugen. Um die Mittagszeit erfolgte dann das Highlight: Dann wurde gemeinschaftlich das Kindervesperkirchenlied gesungen und an langen Tischen zu Mittag gegessen.

"Für die Kinder sind diese beiden Wochen im Advent eine ganz besondere und tolle Zeit."

Jedes fünfte Kind in Mannheim von Armut betroffen

Die für Kinder so schöne Veranstaltung hat laut Initiatoren allerdings einen bitteren Hintergrund. Sie macht auf das Thema Kinderarmut aufmerksam. In Mannheim lebe etwa jedes fünfte Kind in prekären Verhältnissen, informiert die Evangelische Kirche. Die gestiegenen Lebenshaltungs- und Energiekosten verschärften die Situation zusätzlich. Ein warmes Mittagessen, Schulausflüge und geeignete Bastelmaterialien seien für viele kleine Besucherinnen und Besucher keine Selbstverständlichkeit. Um von Armut betroffene Kinder nicht zu stigmatisieren, kommen die jungen Gäste jeweils in kompletten Klassenverbänden.

"Kinderarmut ist ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft. (...) Die beste Kindervesperkriche ist die, die nicht mehr notwendig ist."

Die Veranstalter der Kindervesperkirche fordern deshalb eine direkte Unterstützung der Kinder sowie die bessere Ausstattung von Bildungsorten wie Kitas und Schulen. Auf politischer Ebene setzt Dekan Ralph Hartmann außerdem darauf, dass eine Kindergrundsicherung wie geplant eingeführt wird.

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