Drei Kinder steigen in einen Zug (Foto: IMAGO, Reichwein)

Großes Interesse laut Behörde

Kinder aus der Ukraine aufnehmen - Jugendamt Rhein-Neckar prüft potenzielle Pflegeeltern

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Die Bereitschaft, Kinder und Jugendliche aus der Ukraine bei sich aufzunehmen, ist in der Region laut Jugendamt des Rhein-Neckar-Kreises groß. Allerdings darf das nicht jeder.

Jeden Freitag will das Jugendamt des Rhein-Neckar-Kreises vorerst online darüber informieren, welche Voraussetzungen nötig seien, um geflüchtete Kinder oder Jugendliche aus der Ukraine aufzunehmen. Das teilte Amtsleiterin Susanne Keppler dem SWR mit.

"Bei uns laufen die Telefone heiß."

Mögliche Pflegeeltern werden überprüft

Wer sich entscheidet, ein geflüchtetes Kind aus der Ukraine aufzunehmen, müsse einige Dokumente vorlegen. Neben einem erweiterten polizeilichen Führungs-Zeugnis, brauche das Jugendamt Verdienst-Bescheinigungen und ein ärztliches Attest, um zum Beispiel Sucht-Erkrankungen ausschließen zu können. Außerdem, so Keppler, werde die häusliche Situation vor Ort vom Jugendamt geprüft, damit sichergestellt werden kann, dass es dort auch genug Platz für eine zusätzliche Person gibt.

Internetzugang, Sprachkenntnisse, Offenheit, Toleranz

Hilfreich seien außerdem Sprachkenntnisse in englisch, ukrainisch oder russisch. Dazu möglichst ein Internetzugang, damit die Kinder und Jugendlichen mit ihren Angehörigen sprechen können. Außerdem Offenheit und Toleranz für andere Kulturen, so Keppler.

Nur wenige Kinder reisen allein

Derzeit sind dem Jugendamt nur wenige Kinder bekannt, die wirklich allein aus der Ukraine nach Deutschland eingereist sind. Die meisten Kinder ohne elterliche Begleitung kämen mit Verwandten oder Bekannten hierher.

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SWR