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Nach der Masken-Affäre will sich die Mannheimer CDU neu aufstellen. Ob der Neuanfang mit dem altbewährten Personal gelingt, daran hat der langjährige Mannheimer CDU-Bundestagsabgeordnete Egon Jüttner seine Zweifel.

SWR Aktuell: Durch die so genannte Masken-Affäre steht die Mannheimer CDU jetzt ohne Bundestagskandidaten da. Deshalb hat die Union jetzt eine Findungskommission eingerichtet, in der viele alte Bekannte sitzen, darunter Bürgermeister MIchael Grötsch, Fraktionschef Claudius Kranz und Landtagskandidat Lennart Christ. Kann so aus Ihrer Sicht ein Neuanfang gelingen?

Egon Jüttner: Das glaube ich nicht. Ich sage es ganz offen: Ich lehne einen Herrn Grötsch und einen Herrn Kranz entschieden ab. Und Lennart Christ war ja - was ich gehört habe - auch ein großer Löbel-Anhänger, allerdings kenne ich ihn nicht persönlich. Das ist jedenfalls kein Neuanfang.

SWR Aktuell: Diese Kommission soll ja einen neuen Kandidaten für den Bundestag finden. Müsste das aus ihrer Sicht ein externer Bewerber sein?

Egon Jüttner: Ich denke schon. Ich kann mir keinen von hier vorstellen, der das jetzt machen könnte. Die CDU ist hier praktisch verbrannt. Ich kann jetzt auch niemanden aus dem Hut zaubern, aber ich denke es müsste jemand von Außen sein, der hier neu antritt.

SWR Aktuell: Vor einigen Jahren hatten sie ja mal den langjährigen Mannheimer Stadtrat und Präsidenten des Reitervereins Peter Hofmann ins Spiel gebracht. Könnte er vielleicht jemand sein, der das interimsmäßig übernimmt?

Egon Jüttner: Das wäre natürlich ein geeigneter Mann, aber was ich jetzt gehört habe, ist, dass er das ablehnt.

SWR Aktuell: Die CDU hat angekündigt, dass die Mitgliederversammlung einen neuen Kreisvorstand wählen soll. Bislang ist das aber noch nicht passiert. Was halten Sie von diesem Vorschlag?

Egon Jüttner: Der jetzige Kreisvorstand ist für das mitverantwortlich, was da gelaufen ist, finde ich. Meine Forderung war, dass er daraus die Konsequenzen zieht und ebenfalls zurücktritt. Das hat er aber nicht getan.

SWR Aktuell: Im Zuge der sogenannten Masken-Affäre wurden alle Verträge des Kreisverbands Mannheim mit der Löbel Projektmanagement GmbH sowie dem Wahlkreisbüro von Löbel umgehend gekündigt. War das zwingend notwendig?

Egon Jüttner: Das war mit Sicherheit wichtig. Wir haben das ja damals mitbekommen, als Chris Rihm und Andreas Pitz aus der CDU ausgetreten sind. Was genau da war, ist nie rausgekommen, aber die haben vor einer Kreisvorstandssitzung in die Bücher reingeschaut und gesagt, da sei vieles geschwärzt gewesen. Daraufhin hatten sie in dieser Sitzung ihren sofortigen Rücktritt erklärt, weil die gesagt haben, dass es da nicht sauber zugegangen ist.

SWR Aktuell: Unterm Strich sagen Sie also: Es kann so nicht weitergehen für die CDU Mannheim...

Egon Jüttner: Wichtig wäre ein sofortiger Rücktritt des gesamten Kreisvorstands und die Weitergabe an den Bezirksverband oder den Landesverband, die dann einen Verwalter einsetzen, der sich um alles kümmert und dann Vorschläge macht.

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