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Die Zahl der Intensivpatienten nimmt in den Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim zu. Jüngere Patienten bleiben aber entgegen früheren Annahmen nicht unbedingt länger in Behandlung.

Der Anteil der Covid-19-Patienten ist im Uniklinikum Heidelberg höher als Ende vergangenen Jahres. 45 Covid-19-Patienten wurden (Stand 13. April) stationär im Heidelberger Universitätsklinikum behandelt. 26 von ihnen müssen laut Klinik beatmet werden.

Nicht nur jüngere Patienten

In Mannheim waren am Dienstag 16 Patienten auf der Intensivstation und 33 auf Normalstation - dort allerdings streng isoliert, sagte Kliniksprecher Dirk Schuhmann dem SWR. Es seien jüngerer und ältere Covid-19-Patienten. Die Gruppe der weitgehend durchgeimpften über 80-Jährigen sei aber nicht mehr vertreten.

Jüngere ohne längere Verweildauer

Was den Heilungsprozess angeht, so zeichne sich jetzt im Klinikum Mannheim ab, dass Jüngere keine längere Verweildauer auf der Intensivstation haben. Allerdings könne der Verlauf nicht vorausgesagt werden. Wer als jüngerer Mensch mit Covid-19 auf der Normalstation liege, könne in zwei Wochen zu Hause sein oder auch auf der Intensivstation. Das Uniklinikum Mannheim hat Anfang der Woche eine zweite Intensivstation bereitgestellt. Standard-Operationen müssten verschoben werden, weil die Betten für Covid-19-Patienten gebraucht würden.

Ein Intensivpfleger arbeitet auf einer Covid-19 Station (Foto: dpa Bildfunk, Robert Michael)
Ein Intensivpfleger arbeitet auf einer Covid-19 Station Robert Michael

Anderes Bild als in Mannheim

Der Bedarf an Intensivbetten steige in Heidelberg weiter an, bestätigte eine Sprecherin des Uniklinikums. Auch in Heidelberg sind viele neue Patienten jünger als 70 Jahre. Dort allerdings ergab sich bislang ein anderes Bild als jetzt in Mannheim. Diese Altersgruppe bleibe laut Uniklinik oft länger auf der Intensivstation und müsse auch länger beatmet werden. Ihre Prognose sei bei schwerem Krankheitsverlauf besser.

Operationen werden verschoben

Wenn sich das Infektionsgeschehen positiv entwickle, entlastet das die Intensivstationen erst nach längerer Zeit. Es sei daher eine Herausforderung, die Intensivkapazitäten bereitzustellen.
Um genügend Intensivbetten vorhalten zu können, werden am Universitätsklinikum Heidelberg derzeit vereinzelt Operationen, die kein Notfall sind, verschoben oder ausgesetzt.

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