Eine Hummel landet auf den Blüten einer Phacelia-Pflanze auf einem Acker. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)

"Wer fliegt da rum und wie viele"

Forschungseinrichtung in Dossenheim ruft zum Insektenzählen auf

STAND

Die Zahl der heimischen Insekten ist in den letzten Jahren stark gesunken. Das Julius- Kühn-Institut in Dossenheim ruft deshalb zum Insektenzählen auf - mitmachen kann jeder.

Ohne Insekten kein Honig und auch keine Obst- und Gemüseernte: Insekten bestäuben fast alle Pflanzen, die bei uns wachsen. Damit Forscher mehr über die Verbreitung oder den Rückgang von Insekten verstehen, ist es wichtig sie zu zählen. Das Julius-Kühn-Institut in Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis) sucht deshalb in einem Mitmach-Forschungsprojekt Helfer für die Erfassung von Nützlingen und Schädlingen.

Einfluss der Landwirtschaft auf die Insektenvielfalt

Die freiwilligen "Bürgerwissenschaftler" sollen vor allem auf Streuobstwiesen in der Region zählen. Das hilft den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, eine fundierte Aussage über den Wert von Streuobstwiesen in intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen zu machen.

"Insbesondere interessieren uns hier Nützlinge wie die Schwebfliegen, die zwischen verschiedenen Habitaten hin und her wandern"

Eine Schwebfliege sitzt in der spätsommerlichen Morgensonne auf einer Blüte. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod)
Eine Schwebfliege sitzt auf einer einer rosafarbenen Blüte picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Das Ziel: Rund 30 Streuobstwiesen im Raum Rhein-Main-Neckar beobachten

"Nützlink" heißt das Mitmach-Forschungsprojekt. Die Forschenden hoffen, dass durch die Rückmeldungen ein noch genaueres Bild der heimischen Insektenwelt entsteht. Gleichzeitig soll die Aktion auch dafür sensibilisieren, wie gefährdet Insekten sind.

Wie kann ich zählen?

Rund zehn Minuten lang an einem Ort beobachten und zählen, das genüge schon. Gezählt wird nach einem bestimmten Schema. Vorkenntnisse sind nützlich.

"Letztendlich geht es darum zu erkennen, wer fliegt da rum und wie viele fliegen da rum."

Streuobstwiesen sind wegen ihres Angebots an Nahrung und Lebensraum für Insekten ideale Orte, um ihren Bestand zu beurteilen. Die Wiesen sind auch eine Regenerationsquelle für Insekten im landwirtschaftlichen Umfeld.

Der Vergleich solcher geschützter Flächen mit landwirtschaftlichen Intensivkulturen könne die Wissensgrundlagen für eine wirksame Agrar- und Umweltpolitik bilden, so die Forschenden .

Mehr zum Thema

Deutschland

Gezählt wird, was sechs Beine hat NABU-Insektensommer: Zweite Zählphase beginnt jetzt

Mehr als eine Million Insektenarten gibt es weltweit - theoretisch. In der Praxis geht deren Zahl seit Jahren zurück. Doch wie sehr? Der NABU hat erneut zum Insektenzählen aufgerufen.  mehr...

Das Tier und Wir (9/10) Mammutaufgabe Artenschutz

Der Verlust an Artenvielfalt ist ähnlich bedrohlich wie der Klimawandel. Aber es gibt Lösungen: Schutzgebiete, Umstellungen in der Landwirtschaft und auch im eigenen Garten.  mehr...

SWR2 Wissen: Spezial SWR2

Jetzt die SWR Aktuell App runterladen Nachrichten aus Mannheim, Heidelberg oder dem Odenwald aufs Handy

Die SWR Aktuell App bringt Ihnen kurz und knapp alles Wichtige auf Ihr Smartphone. Sie bekommen jetzt auch gezielt Nachrichten aus Mannheim, Heidelberg und dem gesamten Umkreis. So funktioniert's:  mehr...

STAND
AUTOR/IN
SWR