Der Hafen in Mannheim vom Schiff aus gesehen (Foto: SWR)

Der Welthandel und die Region 2022

IHK-Rhein-Neckar wagt nur vorsichtige Prognosen

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Seit Wochen tiefe Sorgenfalten beim Bundesverband der deutschen Industrie: Der Verband rechnet für Industrie, Handwerk, Exporteure, Handel und Digatalbranche auch im kommenden Jahr mit anhaltenden Material- und Lieferengpässen sowie teils deutlich steigenden Preisen.

Auch viele Unternehmen hier in der Region leiden unter diesen Lieferengpässen, sagt Andreas Kempff von der IHK-Rhein-Neckar:

"Die Logistiksituation weltweit wird sich im Laufe des Jahres entspannen. Das kann sich aber bis ins dritte Quartal 2022 hinziehen. Denn das Logistikgeschäft ist sehr komplex."

Viele Teile vergriffen und teuer

Der Schaden, der dadurch für die betroffenen Unternehmen entstehe, lasse sich direkt nicht beziffern, sagt Andreas Kempff. Klar sei aber: Wenn die Unternehmen Teile kaufen, dann sind die jetzt teurer. Denn viele Teile sind Mangelware. Diese Preise werden dann teilweise auch an die Kunden weitergegeben. Bei der Frage nach der Ursache für die Material- und Lieferengpässe verweist Andreas Kempff unter anderem auf eine Schiffshavarie, die im März dieses Jahres weltweit für Schlagzeilen gesorgt hat. Aber es gibt weitere Faktoren, zu denen auch die Kunden durch ihr verhalten selbst beitragen.

"Wir haben die Situation, dass die Kaufkraft jetzt zurückgestaut wird. Das hatten wir auch schon durch die harten Lockdowns. Das drückt sich dann in einer erhöhten Sparquote aus. Die nur teilweise in den Onlinehandel fließt. Wenn sich diese Kaufkraft explosionsartig entlädt, trifft sie auf ein reduziertes Angebot. Hier hoffen wir, dass das nächstes Jahr besser wird."

Mitarbeitermangel im Hotel- und Gastrogewerbe

Weniger betroffen von den Lieferengpässen: Der Handel, sowie die Hotellerie und Gastronomie. Die haben aber laut IHK-Rhein-Neckar mit einem Mitarbeitermangel zu kämpfen: Viele Beschäftigte aus diesen Branchen hätten gekündigt, weil der Job wegen den Corona-Beschränkungen zu unsicher geworden ist. Wann sich diese Situation wieder entspannt? Der IHK-Experte Andreas Kempff wagt nur eine vorsichtige Prognose für das kommende Jahr.

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