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Die Deutsche Bahn will am Freitagnachmittag entschieden, wie die künftige ICE-Strecke von Frankfurt nach Mannheim verlaufen soll.

Nach jahrzehntelanger Planung biegt das Mammut-Projekt ICE-Neubaustrecke jetzt langsam auf die Zielgerade ein: Durch welche Gebiete wird die künftige ICE-Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim verlaufen? Am Freitagnachmittag trifft sich das Beteiligungsforum der Deutschen Bahn zum 11. Mal. In dem Gremium sitzen Vertreter der Kommunen, an denen die Trasse vorbeiführen könnte.

Inzwischen hat man sich offenbar auf eine Trassenführung verständigt. Wie die aussehen wird, soll heute bekannt gegeben werden. Insgesamt wurden 30 mögliche Trassenführungen erarbeitet. Zuletzt lagen noch zehn Varianten auf dem Tisch.

Vorzugsvariante mit Tunnellösung

Die Planungen laufen schon seit 1993. Strittig war bislang vor allem die Frage, ob der Darmstädter Hauptbahnhof an die Strecke angeschlossen wird. Davon hängt der weitere Trassenverlauf nach Lorsch und dann weiter in Richtung Lampertheim ab. Bei neun der möglichen Streckenführungen würde ab Lorsch die so genannte "Vorzugsvariante" gebaut. Sie sieht vor, dass die Schienen dort die A67 in einem Tunnel unterqueren.

Danach werden die Gleise oberirdisch weitergeführt bis auf Höhe des Lampertheimer Waldes, um dann in einen weiteren Tunnel abzutauchen. Erst im Mannheimer Norden würde die Bahn dann wieder oberirdisch fahren und an die Riedbahn anschließen.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Von der Strecke erhoffen sich die Kommunalvertreter und vor allem die Industrie- und Handelskammern in den Wirtschaftsregionen Rhein-Neckar und Rhein-Main einen Aufschwung. Die IHKs sind sicher, dass diese Infrastrukturmaßnahme entscheidenden Einfluss darauf haben kann, dass sich Unternehmen neu ansiedeln und dass Fachkräfte in die Region ziehen werden.

Geld für Lärmschutz gefordert

Allerdings muss das Projekt auch von den Anwohnern akzeptiert werden. Es gibt schon einige Gruppen, die fürchten, dass die Lärmbelastung deutlich steigen wird. Deshalb fordert zum Beispiel der Landrat des Kreises Bergstraße, Christian Engelhardt, dass der Bund auch Geld für Lärmschutz bereitstellt.

Naturschützer fordern teurere Tunnellösung

Auch gibt es große Bedenken von Naturschützern. Es wird immer wieder bemängelt, dass der Streckenverlauf quer durch den Lampertheimer Wald dieses Gebiet durchschneiden würde. Wird diese Strecke gebaut, dann ist für diesen Abschnitt eine sogenannte "offene Tunnellösung" geplant. Das heißt: Erdreich wird ausgehoben, eine Röhre wird hineingelegt und diese dann wieder vergraben- ein sogenannter Trog. Eine Bürgerinitiative fordert aber, dass dieser Tunnel - wenn überhaupt - unter Tage gebaut wird. Nur so könne man Folgeschäden für den Wald vermeiden.

Selbst wenn es heute eine grundsätzliche Entscheidung über den Trassenverlauf gibt, müssen in den kommenden Jahren noch viele offene Fragen geklärt werden.

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