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Tag fünf im Hygieneprozess am Landgericht Mannheim. Vor Gericht steht der frühere Geschäftsführer Alfred Dänzer. Die Anklage wurde heute um einen Punkt erweitert.

Alfred Dänzer ist heute 72 Jahre alt. Er wird beschuldigt, gegen das Medizinproduktegesetz verstoßen zu haben. Bis zu drei Jahre Haft drohen ihm theoretisch dafür.

Verunreinigtes OP-Besteck war Auslöser für Hygieneskandal

Am Uniklinikum Mannheim waren OP-Bestecke nicht richtig sterilisiert worden. Das war schon bei Kontrollen des Regierungspräsidiums im Jahr 2007 aufgefallen, bis es dann 2014 zum großen Knall kam. Alfred Dänzer musste daraufhin gehen und steht jetzt vor Gericht. Zu Beginn des Prozesses hatte das Gericht deutlich gemacht, dass der Angeklagte nachweisen muss, ob er seine Anweisungen zur Hygiene und Sterilisierung auch kontrolliert hat.

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Anklage vom Gericht erweitert

Fünf Strafen hatte es ja schon gegeben: vier Bußgelder und einen Strafbefehl gegen direkt Beteiligte und Organisatoren der Sterilisation. Das Gericht hat die Anklage gegen Alfred Dänzer am Donnerstag noch einmal zugespitzt. Es geht jetzt nicht nur um "Unterlassung" bei dem Verstoß gegen das Medizinproduktegesetz, sondern um "aktives Tun". Das ändert nicht das Strafmaß, macht aber einen Unterschied.

Keiner will schuld sein am Hygieneskandal

Alle Beteiligten haben in der Vergangenheit die Tendenz gezeigt, sich den schwarzen Peter gegenseitig zu zuschieben. Das wurde heute nochmal in den Zeugenausagen deutlich. Hinzu kommt: Der Ärztliche Direktor war in Mannheim nur Berater und nicht, wie an anderen großen Klink-Unternehmen, verantwortlicher Vorstandsvorsitzender. Somit lag die ganze Last auf Geschäftsführer Alfred Dänzer.

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Alfred Dänzer liest aus einer persönlichen Erklärung vor

Dänzer verhält sich während des Prozesses eher zurückgenommen. Das Gericht hat eine gewisse mangelnde emotionale Beteiligung in einer Verhandlung sogar angesprochen. Daraufhin hat Dänzer am Donnerstag eine persönliche Erklärung verlesen: "Die nicht zu leugnenden Mängel in der Sterilisation", habe er mit "großer Bestürzung" zur Kenntnis genommen. Es treffe ihn hart und er bedauere das zutiefst.

Das Gericht setzt den Prozess in den kommenden Wochen mit weiteren Zeugenvernehmungen fort.

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