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Ein Hotel auf dem Königstuhl bei Heidelberg mit atemberaubender Aussicht über die Rhein-Ebene sorgt seit Jahren für Diskussionen, weil es in einem Naturschutzgebiet gebaut wurde. Jetzt stellt sich heraus: Es hätte eigentlich nie gebaut werden dürfen.

Kritiker bemängeln schon lange, dass das Hotel zu hoch gebaut sei, zu massiv, es zerstöre die Natur auf dem Königstuhl. Die Stadt Heidelberg allerdings erteilte jeweils die für das Hotel notwendigen Baugenehmigungen. Jetzt steht das Hotel, betriebsbereit ist es noch nicht, an einer Fassade steht zum Beispiel noch ein Baugerüst. In diesem Frühjahr sollte es eröffnet werden.

Petitionsverfahren des Landtags: Hotel-Bau war eigentlich rechtswidrig

Jetzt gab der baden-württembergische Landtag in einem Petitionsverfahren bekannt, dass die Baugenehmigung für das Königstuhl-Hotel eigentlich rechtswidrig war.

Baugenehmigung ohne nachvollziehbare Begründung?

In dem Bericht des Petitionsausschusses heißt es, dass die Stadt die Baugenehmigung erteilt habe, ohne sie nachvollziehbar zu begründen. Die rechtlichen Voraussetzungen für die Baugenehmigungen für den Neubau hätten nicht vorgelegen.

Hotel auf dem Königstuhl in Heidelberg (Foto: SWR, Michaela Dymski)
Noch steht ein Baugerüst vor einer Fassade des Hotels auf dem Königstuhl Michaela Dymski

Strenge Auflagen für Hotel-Bau in Naturschutzgebiet

Begründung: Das Hotel befinde sich nicht innerhalb einer städtischen Bebauung, sondern in einem sogenannten Außenbereich - und in einem Naturschutzgebiet. Deswegen gelten laut Ausschuss-Bericht in diesem Fall strenge Auflagen. Daher müsse es ein "privilegiert zulässiges Vorhaben" geben, um eine solche Genehmigung zu erteilen. Das aber treffe aus Sicht des Landes nicht für das Königstuhl-Hotel zu.

Petitionsausschuss: Hotel beeinträchtigt Landschaftsbild

Die Stadt hatte damit argumentiert, dass der Neubau ein bestehendes Gebäude ersetze. Laut Petitionsausschuss des Landtags ist jedoch das neue Gebäude deutlich höher als das alte und beeinträchtige dadurch das Landschaftsbild.

Hotel auf dem Königstuhl in Heidelberg (Foto: SWR, Michaela Dymski)
Traumhafte Sicht am Königstuhl-Hotel. Der Königstuhl ist 570 Meter hoch und ist die höchste Erhebung des Kleinen Odenwalds. Michaela Dymski

Stadt Heidelberg kommt mit blauem Auge davon

So wie es aussieht, kommt die Stadt Heidelberg aber mit einem blauen Auge davon. Denn die bereits erteilten Genehmigungen müssen laut Petitions-Ausschuss-Bericht nicht zurückgenommen werden.

Stadt spricht von "Grenzfall"

Die Stadt teilte dem SWR mit, dass es richtig gewesen sei, die Baugenehmigung dafür zu erteilen. Man räume aber ein, dass es sich um einen "Grenzfall" handle. Und: Es "wäre aus heutiger Sicht die formal korrekte Lösung gewesen, das Vorhaben nicht auf dem Genehmigungsweg, sondern über ein Bebauungsplanverfahren zu lösen." Das wäre wohl mit einem Zeitverzug von rund zwei Jahren verbunden gewesen. Am Ende aber wäre das Ergebnis "mit großer Wahrscheinlichkeit genau dasselbe gewesen."

Konsequenz: Regierungspräsidium prüft Bauanträge der Stadt

Eine Konsequenz gibt es trotzdem für die Stadt: In den kommenden Jahren muss die Stadt Heidelberg alle Bauanträge in den Außenbereichen der Stadt an das Regierungspräsidium in Karlsruhe weiterreichen. Die Behörde dort prüft dann die Bauanträge, bevor sie der Stadt das OK gibt.

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