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Vor dem Heimspiel der TSG Hoffenheim gegen Bayern ist das Spiel eigentlich ausverkauft. Dennoch gibt es immer noch Karten zu überhöhten Preisen auf dem Schwarzmarkt. Die TSG Hoffenheim geht jetzt stärker dagegen vor.

Auf Plattformen wie Viagogo, ebay oder ebay-Kleinanzeigen bieten Verkäufer die Eintrittskarten zum Verkauf an. Grundsätzlich ist es nicht verboten, mit Tickets zu handeln. Trotzdem versucht die TSG Hoffenheim dagegen vorzugehen. Markus Reuter, Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz:

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In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen hat die TSG 1899 Hoffenheim das öffentliche Angebot und den kommerziellen Ticketweiterverkauf zur Gewinnerzielung untersagt, kann also zumindest zivilrechtlich dagegen vorgehen. Einen weiteren Ansatz beschreibt Thorsten Baller, Leiter des Ticketing bei der TSG:

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Wer eine Eintrittskarte verkaufen möchte, weil er nicht zum Spiel gehen kann, soll das nach Ansicht der Verantwortlichen in der TSG-Ticketbörse tun. Dort muss er eine Bearbeitungsgebühr für den Weiterverkauf von 15 Prozent zahlen, den Rest des Eintrittspreises erhält der Käufer zurück. Dauerkartenbesitzer bekommen ein Siebzehntel des Gesamtpreises erstattet, verspricht die TSG.

Problem Online-Tickets

Online gekaufte Tickets sind nur mit einer E-Mail-Adresse hinterlegt, dem Missbrauch sind Tür und Tor geöffnet. Die TSG Hoffenheim kann in diesem Fall meist nicht nachvollziehen, wer die beispielsweise auf der Plattform Viagogo verkauften Tickets ursprünglich gekauft hat.

Bei Google ganz oben

Weil die Plattform Viagogo bei Google weit oben auftaucht, kaufen nicht selten Interessenten Karten dort zu einem hohen Preis, obwohl noch reguläre, günstigere Karten im Angebot sind. Wer ein solches Ticket auf Viagogo erworben hat, soll sich nach Vereinsangaben an der Westkasse der Prezero-Arena in Sinsheim am Informationsstand melden. Vor und nach dem Spiel können dort alle, die mehr als den regulären Preis bezahlt haben, ihre Tickets abgeben.

Viagogo hält TSG-Vorgehen für illegal

Die Plattform Viagogo hat das Vorgehen der TSG in einer Antwort auf eine SWR-Anfrage als illegal bezeichnet. Viagogo fordert alle Käufer auf, ihre Karten nicht an Vertreter der TSG auszuhändigen. Und weiter: "Unserer Erfahrung nach nutzen die Veranstalter diese Gelegenheit oft, um vollkommen gültige Karten zu entwerten und die Fans anschließend zum erneuten Kauf ihrer Tickets zu zwingen." Dies seien wettbewerbswidrige Taktiken der Veranstalter.

Keine rechtlichen Konsequenzen

Die TSG indes will die Karten sehen und im Anschluss prüfen, auf welchem Weg sie zu den Käufern gelangt sind. Betroffene Fans könnten sich auch schon vor dem Spieltag mit Hinweisen an das TSG-Ticketing wenden. Das bei Viagogo erworbene Ticket werde gesperrt, der Verkäufer erhalte von der Plattform kein Geld. Fans, die ein überteuertes Ticket erworben haben, hätten nach Angaben der TSG keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten.

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