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Seit die Ausgangsregeln wegen der Corona-Gefahr verschärft worden sind, bieten immer mehr Gruppen und Organisationen in der Region Hilfe für Ältere oder Risikogruppen beim Einkaufen an. Die Nachfrage lässt bislang aber zu wünschen übrig.

Die freiwilligen Helfer wollen vor allem Angehörige der Risikogruppen mit Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs versorgen, also ältere Menschen oder chronisch Kranke. Dafür gibt es die unterschiedlichsten Ideen und Modelle.

Schwetzinger Malteser bieten Hilfe an

Beispiel Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis): Hier bieten die Malteser Hilfe beim Einkauf an, auch für Menschen in den benachbarten Gemeinden Oftersheim und Plankstadt. Dort stehen 15 Personen bereit, um die Einkaufslisten anzuehmen und abzuarbeiten. Allerdings kann man keine Wünsche nach bestimmten Läden und Produkten äußern. Die Einkaufssumme sollte möglichst abgezählt beglichen werden, damit es wenig Kontakt zwischen Besteller und Lieferanten gibt. In Oftersheim gibt es übrigens auch noch ein vergleichbares Angebot des örtlichen Sportvereins TSV.

Mitarbeiter der Stadt Leimen kaufen ein

In Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) organisiert die Stadt die Einkaufshilfe. Städtische Mitarbeiter, die derzeit nicht beschäftigt sind, etwa aus der Kinderbetreuung, haben sich bereit erklärt, den Service zu übernehmen. Sie müssen übrigens nicht auf die Jagd nach Klopapier gehen, die Verwaltung stellt aus ihren Vorräten Rollen zur Verfügung.

Einkaufshilfe über WhatsApp in Schriesheim

In Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis) gibt es eine WhatsApp-Gruppe mit mehr als 200 Personen, die ihre Hilfe anbieten. Im Neckar-Odenwald-Kreis gibt es das bislang wohl größte Netzwerk mit über 1.000 Helfern, die vom DRK-Kreisverband Buchen-Mosbach organisiert werden.

Auch in der Pfalz Hilfsangebote

In der Pfalz sind auch Hilfen am Start. Fast 70 Helfer und Helferinnen stehen bei der regionalen "Nachbarhilfe Pfalz" für den Ram Frankenthal, Ludwigshafen und den Rhein-Pfalz-Kreis parat. Das Angebot, das ein Lehrer aus Frankenthal initiiert hat, wendet sich vor allem an Ältere und Risikogruppen, ihnen soll der Alltag in der Krise erleichtert werden.

Bislang nur geringe Nachfrage nach Einkaufshilfen

Allerdings: So groß das Engagement der Helfer auch ist, so gering war bislang die Resonanz. Tatsächlich gab es offenbar nur wenige Anfragen: Die Zahl liegt zwischen zwei und 20. Das liegt wohl unter anderem daran, dass der angesprochene Personenkreis sich selbst schon Vorräte angelegt hat, die man zunächst aufbraucht.

Ein weiterer Punkt ist, dass viele Menschen noch gar nicht wissen, dass es die Einkaufshilfe gibt. In Leimen rechnet man zum Beispiel damit, dass die Nachfrage steigt, sobald das Angebot im Amtsblatt veröffentlicht ist.

Im Neckar-Odenwald-Kreis gab es wegen der schlechten Versorgungslage in einigen kleinen Gemeinden ohnehin schon ein Netz von Helfern, die Menschen versorgen, die nicht mehr so mobil sind. Und manche von ihnen wollen einfach lieber selbst einkaufen.

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