picture alliancedpaXinHua | Tofik Babayev (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Heidelberger Konfliktbarometer 2020

Zahl der Kriege nimmt weltweit zu

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Seit fast 20 Jahren analysieren Heidelberger Forschende das weltweite Konfliktgeschehen. Dazu zählen gewaltlos und gewaltsam ausgetragene Konflikte. Auch 2020 zeichnen sie ein ernüchterndes Bild: Weltweit gibt es wieder mehr Auseinandersetzungen.

2020 stieg die Zahl der Kriege von 15 auf 21. Unter anderem eskalierte der Konflikt um die Region Südjemen, die Auseinandersetzungen um Bergkarabach sowie die Konflikte zwischen islamistischen Gruppen und der Regierung in der Demokratischen Republik Kongo und Mosambik. Das geht aus den Analysen des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung (HIIK) hervor.

Sub-Sahara Region verzeichnet die meisten Kriege

Neben innerstaatlichen Kriegen im Südsudan und Äthiopien kam 2020 noch der Konflikt um die Tigray Region hinzu. 2019 habe es noch im Nahen Osten und in Nordafrika die meisten Kriege gegeben. Nicht mehr. Im Jahr 2020 war Sub-Sahara Afrika die Region mit den meisten Kriegen. In der Sahel-Zone, der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien, Mosambik, Somalia, Südsudan sowie Nigeria wurden insgesamt elf Kriege beobachtet, davon fünf neue Kriege.

Hunderte Konflikte weltweit - zwei europäische Kriege

In Westasien, Nordafrika und Afghanistan (WANA) verringerte sich die Zahl von acht auf sieben Kriege. Für 2020 dokumentierte das HIIK insgesamt 359 Konflikte weltweit, davon wurden 220 gewaltsam und 155 gewaltlos ausgetragen.

In Nord- und Südamerika sind es weiterhin Drogenkonflikte wie in Brasilien, die sich auf einer Intensitätsstufe eines Kriegs befänden. Mit dem Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien wurden anders als in den letzten Jahren zwei Kriege in Europa verzeichnet, während der Donbas-Konflikt in der Ukraine als sogenannter "begrenzter Krieg" weitergeführt wurde.

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