Schild vor dem Wieslocher Standort der Heidelberger Druckmaschinen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Uwe Anspach)

Weltmarktführer legt Jahresbilanz vor

Heidelberger Druckmaschinen will Geschäft mit E-Mobilität weiter ausbauen

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Die Heidelberger Druckmaschinen AG steckte lange Zeit in der Krise. Jetzt schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen - und will sein Geschäft mit E-Ladestationen ausbauen.

Der Auftragsbestand sei mit rund 900 Millionen Euro zum Abschluss des alten Bilanzjahres Ende März so hoch gewesen wie seit zehn Jahren nicht mehr, teilte das Unternehmen bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag mit. Man werde aber - wie alle produzierenden Gewerbe - mit zum Teil deutlichen Preissteigerungen auf der Material-, Energie-, Logistik- und Personalseite konfrontiert.

Insgesamt fällt die Bilanz 2021/2022 bei Heidelberger Druckmaschinen positiv aus: Man habe von der erfolgreichen Neuaufstellung des Konzerns profitiert, der Umsatz sei um 14 Prozent gestiegen und man schreibe auch wieder schwarze Zahlen.

"Wir hatten ein sehr gutes Jahr. Wir haben uns bei fast allen Schlüsselkennzahlen übertroffen."

E-Mobilität ergänzend zum Kerngeschäft Druckmaschinen

Großer Wachstumsmarkt ist demnach die E-Mobilität. Bei Ladestationen verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben ein Umsatzwachstum von 120 Prozent.

Unter der neuen Marke "AMPERFIED" will der Heidelberger Konzern in Zukunft neben einzelnen Verbrauchern auch den öffentlichen Raum ausstatten - darunter Ladeparks und Mehrfamilienhäuser. Dafür soll die Produktpalette ausgeweitet werden. Für die öffentlichen Wallboxen werden insbesondere Abrechnungssysteme benötigt, die zurzeit entwickelt werden.

"Zweigleisige" Strategie für die Zukunft: Druck und E-Mobilität

Das neue Geschäft der E-Mobilität funktioniert allerdings nicht ohne das Kerngeschäft der Druckmaschinen, so das Unternehmen, denn dort wird der meiste Umsatz generiert. Im Bereich der Druckmaschinen will das Unternehmen im neuen Jahr den Fokus auf die Verbesserung der Produktivität für die Kunden setzen. Damit sollen Kundenbedürfnisse adressiert werden.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, will der Konzern verstärkt auf Automatisierung setzen. Aber auch in Sachen Nachhaltigkeit will das Unternehmen nachlegen: Der Energieverbrauch soll reduziert werden. Ziel sei es außerdem, erneuerbare Energien zu nutzen und unvermeidbare Emissionen durch Zertifikate zu kompensieren.

Prognose: "Hohe Unsicherheiten bleiben eine Herausforderung"

Obwohl das Heidelberger Unternehmen nach eigenen Angaben finanziell stabil ist, bleiben für das kommende Jahr mehrere Risiken, wie etwa die schwierige Zulieferung von elektronischen Teilen. Die Folgen der Pandemie seien auch weiterhin spürbar - insbesondere auf dem für den Konzern bedeutenden chinesischen Markt.

Nicht zuletzt bleibe die wirtschaftliche Entwicklung auch wegen des Ukraine-Kriegs ungewiss.

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