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Die Wände sind bunt, das Gelände noch grau. Aber das soll nicht mehr lange so sein. 2022 sollen Menschen in die ehemaligen Häuser der US-Armee auf PHV einziehen. Patrick-Henry-Village. Eine Vision wird Realität.

100 Hektar Konversion. Ein umzäuntes Gebiet - erst von den US-Amerikanern verlassen, dann kamen Geflüchtete hier unter. Und schon bald soll, so heißt es, einer der modernsten Stadtteile entstehen, den man sich vorstellen kann.

Stadtteil der Zukunft

Der Plan ist nicht kleiner gedacht als hier das Wohnen der Zukunft möglich zu machen. Noch ist es aber ein weiter weg. Der trotz langer Vorplanung gerader erst beginnt. Noch blättert der Putz langsam von der Middle School. Und obwohl hier schon seit Jahren keine Schüler mehr etwas gelernt haben: Es wirkt so, als könnte jeden Moment eine Schuklasse um die Ecke laufen. Es braucht etwas Fantasie, um sich vorstellen zu können, wie das hier mal sein könnte. Und noch ist vieles nur auf dem Papier zu erahnen.

"Wir wollen hier jung und alt. Ein sehr heterogenes Umfeld. Arm und reich."

Eckart Würzner, Oberbürgermeister Heidelberg (parteilos)

Ambitionierte Pläne - schwierige Situation

Michael Braum ist geschäftsführender Direktor der IBA Heidelberg. Der Internationalen Bauaustellung. Think Tank. Ideengeber für das Projekt. Inetrnational beobachtet. Die Vision für Patrick Henry Village, sie ist geprägt von den Ideen des Städte-Denkers.

"Wir müssen einen neuen Weg finden, wie wir Partizipation verstehen. Viele individuelle Interessen spielen das Gemeinwohl aus."

Michael Braum, Direktor der IBA Heidelberg

Einerseits, sagt er, ein schwieriger Prozess. Viele Menschen bringen ihre Bedenken hervor. Haben Angst, dass sich Heidelberg, ein ganzer weiterer Stadtteil, zu sehr verändert. Zu schnell. Andererseits ist das Projekt auf PHV für ihn eine Art Erfülllung.

"Auf 100 Hektar Fläche so ein Projekt zu schaffen, "wer da sagt, dass das kein Traum ist, der muss krank sein."

Michael Braum, Direktor der IBA Heidelberg

2022 soll es, geht alles seinen Weg, dann soweit sein. Und Konversion in Heidelberg greifbar werden. Als erster Bürgermeister in Heidelberg ist Jürgen Odszuck eng mit dem Projekt vertraut. Auf dem Gelände stehen viele lange Häuserzeilen. Noch wirkt wenig modern. Das soll sich schnell ändern.

Dynamischer Masterplan Patrick-Henry-Village Heidelberg (Foto: KCAP)
In fünf Quartierstypen mit unterschiedlichen Identitäten, die Neu- und Bestandsbauten der US-amerikanischen Wohnsiedlung mischen, sollen verschiedene soziale Schichten neben- und miteinander leben. KCAP Bild in Detailansicht öffnen
Zeitgemäße Wohn- und Arbeitswelten, innovative Freiraum- und Mobilitätskonzepte, eine klimaneutrale Energieversorgung sowie der Einsatz digitaler Technologien wollen Antworten auf drängende Zukunftsfragen geben. KCAP Bild in Detailansicht öffnen
Ein zentraler Park mit einem See zum Wassermanagement im Zentrum, Vielfalt in der Architektur und Nutzung, die Produktion von Nahrungsmitteln und Energie direkt im Quartier sind Aspekte des ganzheitlichen Ansatzes. KCAP Bild in Detailansicht öffnen
Der Dynamische Masterplan aus dem Jahr 2019 bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung des Patrick-Henry-Village. KCAP Bild in Detailansicht öffnen
„Auf 100 Hektar Fläche soll ein Musterquartier für die 'Wissenstadt von morgen' entstehen: vielfältig, ökologisch, nachhaltig, sozial gerecht und so widerstandsfähig gegenüber Risiken und sich wandelnden Rahmenbedingungen“, nach Aussage der Planer*innen. KCAP Bild in Detailansicht öffnen

"Wir haben uns vorgenommen, in zwei Jahren alles rechtliche und planerische zu erledigen."

Jürgen Odszuck, Erster Bürgermeister Heidelberg

Doch Odszuck muss mit dem Bund zusammenarbeiten. Der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben - kurz BImA. Ihr gehört die Fläche, sagt Vorstandsmitglied Paul Johannes Fietz. Die Interessen überschneiden sich.

"Das entlastet auch den Wohnungsmarkt insgesamt."

Paul Johannes Fietz, BImA Vortsandsmitglied

Moderne Architektur in alten Baugewändern. Schon in gut 5 Jahren - 2026 - soll das Realität sein. Auf einem der größten Stadtentwicklungsgebiete Deutschlands. Noch ist vieles davon Vorstellung.

Wohnen im Südwesten IBA plant das Patrick-Henry-Village als 16. Stadtteil von Heidelberg

Wie wollen wir in Zukunft wohnen und arbeiten? Das ist eine der großen Fragen, die man sich bei der Internationalen Bauausstellung in Heidelberg stellt. Die Stadt leistet sich diesen städtebaulichen Thinktank schon seit acht Jahren. Denn sie möchte fit sein für die städtebaulichen Veränderungen, die eine digitalisierte Wissensgesellschaft braucht. Wohneinheiten mit Gemeinschaftsflächen für Co-Working oder Homeoffice und lokaler Erholungsraum sind Themen, ganz speziell im Vorhaben das Patrick-Henry-Village zum 16. Stadtteil von Heidelberg auszubauen.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Architektur Wohnviertel statt Kasernen – Stadtentwicklung am Beispiel Heidelberg

Mit dem Abzug der US-Streitkräfte wurden in Heidelberg riesige Flächen frei. Dort soll nun bezahlbarer Wohnraum, ein Industriepark und Platz für Kultur und Wissenschaft entstehen.  mehr...

SWR2 Wissen SWR2

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