grüne Flaggen vorm HeidelbergCement Sitz. (Foto: IMAGO, IMAGO / STAR-MEDIA)

Klimaschützer sprechen von "Greenwashing"

HeidelbergCement erhält Klima-Innovationspreis - und erntet Kritik

STAND

HeidelbergCement hat den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt erhalten. Klimaschützer reagieren entsetzt, sprechen von "Greenwashing" und einem "fatalen Zeichen".

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Die Forschungsidee klingt simpel und wurde noch nie zuvor angewendet: Eine Technik, mit der man Beton recyclen kann. Das soll C02 einsparen. Heißt: Es muss kein neuer Beton hergestellt werden und der alte - recycelte - Beton kann auch in seinem "zweiten Leben" CO2 aufnehmen. "Gut für die Gesamtbilanz", sagt Wolfgang Dienemann, Leiter der Forschungsabteilung bei HeidelbergCement.

"In Deutschland würde man auf 10 Millionen Tonnen pro Jahr an CO2-Einsparung kommen können."

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Klimaschützer werfen Heidelberger Konzern "Greenwashing" vor

Schon in der Vergangenheit hat der Zementhersteller HeidelbergCement bei Klimaschützerinnen und Klimaschützern für Diskussionen gesorgt. Denn bei der Produktion von Beton und Zement werde viel CO2 freigesetzt – daran ändere auch das bisschen Einsparung nichts, so Judith Ottich von der Organisation "Architects for Future Heidelberg", die sich für einen nachhaltigen Wandel im Bauwesen einsetzt.

"Die Zement-Branche bewegt sich bisher viel zu wenig. Sie sagen immer, sie haben ambitionierte Ziele im Klimaschutz. Aber das reicht nicht."

Klimaneutral bis 2050? HeidelbergCement ist optimistisch

Wolfgang Dienemann hält dennoch an seinem Ziel fest: Bis 2050 soll HeidelbergCement klimaneutral werden. Dabei sei die Methode des Beton-Recylings eine große Hilfe.

"Die Zementindustrie ist zu einem Großteil Verursacher der CO2-Emissionen. Wir arbeiten aber an Verfahren, um bis 2050 ohne CO2-Ausstoß Zement produzieren zu können."

Betonmischer (Foto: IMAGO, imago images/CHROMORANGE)
Beton hat eine relativ schlechte CO2 -Bilanz und verbraucht viele wertvolle Ressourcen. Daher wird weltweit nach Alternativen geforscht imago images/CHROMORANGE

Klimaschützerin Judith Ottich reicht das nicht. Um die Emissionen deckeln zu können, brauche es kurzfristige Maßnahmen, die in der breiten Masse greifen.

Beton-Recycling bei HeidelbergCement - Probe in Pilotanlagen

Bislang wird das Beton-Recycling-Verfahren nicht verwendet. Zurzeit werde das Recycling-Verfahren in mehreren Pilotanlagen geprobt und weiter optimiert, so HeidelbergCement.

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