Nach dem Einsturz kämpft Familie um Schadensersatz

Wieslocher Haus ohne Wand vor Abriss - Eigentümer sollen zahlen

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AUTOR/IN
Christian Scharff

Das Haus in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis), dessen Wand eingestürzt war, muss abgerissen werden. Das steht nach Untersuchungen durch Statiker fest. Die Kosten sollen die Eigentümer tragen.

Die Stadt Wiesloch hat den Eigentümern des beschädigten Hauses eine Abrissverfügung zugestellt. Die türkische Familie hat demnach zwei Wochen Zeit, das Haus auf ihre Kosten abreißen zu lassen. Die Kosten betragen nach Angaben von Bürgermeister Dirk Elkemann (parteilos) rund 45.000 Euro. Zunächst hatte die Stadt Nach Angaben des Anwalts der Familie in einer Abrissverfügung 65.000 Euro veranschlagt.

Wieslocher Familie "finanziell mit Abriss überfordert"

Damals sagte der Anwalt dem SWR, die Familie sei mit den Kosten finanziell überfordert. Der Zeitrahmen ist zudem eng. Der Abriss soll noch vor Weihnachten erfolgen, möglicherweise bereit in der zweiten Dezemberwoche.

An diesem Haus in Wiesloch ist eine Wand weggebrochen (Foto: SWR)
An diesem Haus in Wiesloch ist Anfang November eine Wand weggebrochen

Wand an Wieslocher Haus war Anfang November eingestürzt

Die Wand des Hauses in der Schwetzinger Straße hatte sich am 2. November am frühen Morgen abgelöst. Die Bewohner retteten sich ins Freie, als sie nachts verdächtige Geräusche hörten. Wenig später fiel die Wand in sich zusammen. Die Hauswand war nach dem Abbruch des Nachbarhauses in der Schwetzinger Straße frei und ungeschützt gewesen.

Schadensersatz gefordert

Der Eigentümer will Schadenersatz in Höhe des Hauswerts geltend machen. Die Frage ist gegen wen. Die Stadt Wiesloch steht nicht im Mittelpunkt der Schuldfrage. Vielmehr geht es um ein Unternehmen aus Östringen (Kreis Karlsruhe), das zwischendurch Eigentümer des dann abgerissenen Nachbarhauses war. Die Haftpflicht könnte den Schaden regulieren.

Haus ohne Wand in Wiesloch kaum noch zu retten (Foto: SWR)
Das Haus ohne Wand hat ein zweites Stützgerüst (links) bekommen. Zur Straße hin hält eine weitere Konstruktion (rechts) das Gebäude zusammen

Neuer Eigentümer seit Juli

Das Östringer Unternehmen hatte den Abriss veranlasst. Daneben geht es aber auch um den heutigen Eigentümer, einem Mann aus Walldorf, dem das Haus seit Juli 2022 gehört.

Beweissicherung schon früh beantragt

Dabei hatte die Familie das Ganze schon mehr oder weniger kommen sehen. Der Anwalt hatte schon Anfang des Jahres 2022 ein Beweissicherungsverfahren beim Landgericht Heidelberg beantragt, weil sich Grundwasser auf dem Abrissgelände neben dem jetzt beschädigten Haus sammelte.

Gutachten im Januar

Das Verfahren verzögerte sich allerdings aus unterschiedlichen Gründen, der Gutachter war erst jetzt vor Ort. Sein Gutachten soll bis Anfang nächsten Jahres vorliegen. Dann wird möglicherweise auch die Frage beantwortet, wie die Familie aus dem beschädigten Haus zu einem möglichen Schadenersatz kommt.

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