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Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als die älteste Himmelsdarstellung der Menschheit. 3.600 Jahre soll sie alt sein. Geschätzt wurde das vor einigen Jahren von Wissenschaftlern der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen. Doch genau diese Datierung wird jetzt angezweifelt.

Ist die Scheibe 1.000 Jahre jünger?

Dass die Himmelsscheibe wirklich 3.600 Jahre alt ist, bezweifeln zwei Archäologen aus Frankfurt und München. Sie gehen davon aus, dass die Bronzescheibe 1.000 Jahre jünger ist und damit nicht mehr die älteste Himmelsdarstellung der Welt. Diese Nachricht sorgte auch auch in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen (REM) für Aufregung.

Archäologie Himmelsscheibe von Nebra: Zweifel am Alter und am Fundort

Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als einer der wertvollsten Funde der Menschheit - vor allem wegen dem Alter von 3.800 Jahren. Genau dieses Alter zweifeln jetzt zwei Archäologen an. Sie glauben, dass die Scheibe 1000 Jahre jünger ist.  mehr...

2006 wurde die Scheibe in Mannheim analysiert

Im Jahr 2006 war die Himmelsscheibe von Nebra in den Mannheimer REM ausgestellt. Dort, im Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie, analysierten die Forscher sie und schätzten die Scheibe auf ein Alter von 3.600 Jahren.

Professor Ernst Pernicka  Reiss-Engelhorn-Museen  (Foto: SWR, Eberhard Reuß)
Professor Ernst Pernicka / Reiss-Engelhorn-Museen Eberhard Reuß

Professor Ernst Pernicka war damals Direktor des neu gegründeten Curt Engelhorn Zentrums für Archäometrie, also Altersbestimmung von Funden an den Reiss-Engelhorn-Museen. Er hatte bereits vier Jahre zuvor erstmals die Himmelsscheibe von Nebra untersucht. In Mannheim analysierte er dann auch andere Teile des Fundes von Nebra. Neben der Himmelsscheibe waren auch Schwerter vergraben.

Wissenschaftler zweifeln Altersschätzung der REM an

Die zwei Archäologen aus Frankfurt und München behaupten jetzt in einem Aufsatz und einer Wochenzeitung, dass die Schwerter und die Himmelsscheibe gar nicht zum selben Fund gehören. Professor Ernst Pernicka hat in Mannheim aber seiner Meinung nach belegt, dass Metall der Scheibe und der Schwerter von Nebra zweifelsfrei aus ein und derselben bronzezeitlichen Kupfermine stammen.

Retourkutsche der zwei Wissenschaftler?

Interessantes Detail: Die beiden Archäologen, die Pernickas Datierung anzweifeln, hatten einst im bayerischen Bernstorf einen Goldfund gemacht, den Pernicka im Jahr 2014 als Fälschung entlarvte - unter breiter wissenschaftlicher Anerkennung.

Im kommenden Jahr ist in Halle eine große Ausstellung zur Himmelsscheibe von Nebra geplant, von deren Alter Professor Pernicka von den REM nach wie vor überzeugt ist.

"Die älteste, astronomisch korrekte Darstellung des Nachthhimmels, die wir zurzeit haben. Es bleibt dabei!"

Professor Ernst Pernicka / Reiss-Engelhorn-Museen
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