Julian Buchner  Einsatz-Report24 (Foto: Julian Buchner / Einsatz-Report24)

Beamte schiessen auf Tatverdächtigen

23-Jähriger in Bammental war mit Machete bewaffnet

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Die Staatsanwaltschaft Heidelberg hat einen Unterbringungsbefehl gegen den dringend tatverdächtigen Mann erlassen, der in Bammental (Rhein-Neckar-Kreis) zwei Menschen schwer verletzt haben soll. Nach ersten Ermittlungen war der 23-Jährige mutmaßlich in einem Zustand seelischer Störung.

Am Tag nach der Gewalttat in Bammental wird klar: Die Bewohner des Hauses sind von einem Mann in Rage überrascht worden. Und weitere Nachbarn hatten offenbar großes Glück. Nach Angaben der Polizei sei um kurz vor 3 Uhr in der Nacht der Notruf eingegangen.

Mann war mit Motorradhelm, Machete und Messer bewaffnet

Der Mann sei in zwei verschiedene Wohnungen eingedrungen. Zunächst habe er im Obergeschoss des Mehrfamilienhauses, in dem er selbst wohnt, das Glasfenster einer Wohnungstür eingeschlagen. Dem 60-Jährigen Mann des dort lebenden Ehepaars sei es aber gelungen, den Angreifer zurückzudrängen.

Daraufhin sei der Angreifer ins Erdgeschoss gelaufen. Dort war er auf einen weiteren Bewohner getroffen, der den Lärm bereits wahrgenommen hatte, so die Polizei.

Angreifer verletzt Bewohnerin in Schlafzimmer schwer

Der im Flur stehende 47-Jähriger Bewohner des Hauses sei von dem mutmaßlichen Täter sofort angegriffen worden, heißt es. Bei dem Versuch, die Stiche mit seinen Armen abzuwehren, sei der Bewohner schwer an Armen und Beinen verletzt worden. Der Verdächtige sei dann in die Wohnung des Ehepaars eingedrungen und habe die im Bett liegende Ehefrau töten wollen - mit mehreren Stichen.

Die Frau wurde schwer verletzt, so die Polizei weiter. Ihrem Ehemann gelang es aber, den Angreifer zu packen und aus der Wohnung zu drängen. Das schwer verletzte Ehepaar konnte sich auf den Balkon retten, nachdem der mutmaßliche Täter noch ein zweites Mal versucht hatte, in die Wohnung zu kommen. Beide mussten operiert werden und befinden sich im Krankenhaus, allerdings nicht in Lebensgefahr.

Versuch in weitere Häuser einzudringen - Polizisten stellen Verdächtigen durch Schusswaffengebrauch

Der Mann, heißt es am Donnerstag von Seiten der Polizei, habe danach versucht in der Nachbarschaft in weitere Häuser zu kommen. Ohne Erfolg.

Polizeibeamte stellten den jungen Mann, der sich ihnen noch immer mit einer eine Machete in den Händen näherte. Da der Mann seine Waffen nicht niederlegte, sei es zum Schusswaffengebrauch gekommen, so die Polizei weiter. Der Verdächtige wurde verletzt und mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht, wo er operiert wurde.

Verdacht des versuchten Totschlags

Die Staatsanwaltschaft geht am Donnerstag vom dringenden Verdacht des versuchten Totschlags aus. Allerdings begangen im Zustand der Schuldunfähigkeit oder der verminderten Schuldfähigkeit, heißt es. Deshalb hat das Amtsgericht Heidelberg auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg einen Unterbringungsbefehl erlassen.

23-Jähriger wird im Krankenhaus bewacht

Sobald sich der Zustand des Beschuldigten stabilisiere, soll er er in die forensische Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses eingeliefert werden. Sowohl die Betroffenen vor Ort als auch die Polizeibeamten wurden psychologisch betreut.

Mutmaßlicher Täter und Opfer nicht verwandt

Der Angreifer und die beiden Opfer sollen nach ersten Informationen nicht verwandt sein. Die Kriminalpolizei Heidelberg hat den Fall übernommen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Heidelberg und des Dezernats Kapitalverbrechen der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg dauern noch an. Bammental im Rhein-Neckar-Kreis liegt etwa 15 Kilometer von Heidelberg entfernt.

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