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Die Corona-Zahlen bleiben hoch. Das hat ein Neckargemünder Altenheim zu spüren bekommen: 80 der 90 Bewohner sind an Covid-19 erkrankt - 13 sind gestorben. Das Gesundheitsamt kann wenig tun.

Andreas Welker ist der stellvertretende Leiter des für den Rhein-Neckar-Kreis zuständigen Gesundheitsamtes in Heidelberg. Er ist sich des Dilemmas bewusst: "Es ist ein Abwägen", sagt Welker mit Blick auf den Fall aus Neckargemünd einerseits und das nahende Weihnachtsfest andererseits. "Wir wollen natürlich auch nicht, dass Leute vereinsamen, nur weil man sie schützen möchte."

Gesundheitsamt: Keine Fehler im Seniorenheim

"Wir haben jetzt keinerlei Dinge erkennen können, die auf gravierende Fehler hinweisen", erklärt der stellvertretende Gesundheitsamtschef. Senioren haben erhöhtes Risiko, sagt er: "Das erklärt, wenn viele Personen in dieser Altersgruppe betroffen sind, dass dann insbesondere natürlich der Verlauf häufig schwerwiegender ist." Gleichzeitig stellten Seniorenheime aber auch Wohnumgebungen dar. "Anders als in der ersten Welle, in der eine strikte Abschottung stattgefunden hat, sind jetzt durch multiple Möglichkeiten Außeneinträge möglich – sei es durch die Gruppe der Mitarbeitenden, sei es durch die Gruppe der Bewohner, die ja auch mobil sein können, aber natürlich auch durch die Besucher."

Versuche der Eindämmung bringen keine Sicherheit

Das Heim versuche nun, solche "Außeneinträge" zu minimieren. Neben dem Einhalten der Regeln zu Abstand, Handhygiene und Alltagsmasken gebe es natürlich auch noch die Möglichkeit, höherwertige Masken einzusetzen und Antigen-Schnelltests durchzuführen.

"Sicherheit bekommen Sie hier nur im Zweifelsfall durch die Einschränkung von weiteren Freiheiten."

Andreas Welker, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes in Heidelberg

Welker dämpft aber die Erwartungen an solche Maßnahmen: "Es ist ja aber auch erklärter Wunsch, dass die älteren Menschen nicht komplett isoliert werden – ich spreche hier insbesondere von der sozialen Isolation."

Vor Weihnachten am besten Quarantäne

Der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes in Heidelberg appelliert deshalb, Möglichkeiten zur Selbst-Quarantäne vor den Feiertagen zu nutzen. "Das ist ja auch schon angeklungen, dass gesagt wurde, man solle sich vielleicht in eine Art weihnachtliche Vor-Quarantäne begeben", sagte er. Gerade die Seniorenheime seien darauf angewiesen. "Letzten Endes kommt es auf uns alle an, ob wir diese Lockerungen dann auch voll nutzen oder ob wir uns nicht selbst beschränken und sagen: Wir tun das, um andere zu schützen."

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