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Die Bluttat von Hanau schockiert die Menschen in ganz Deutschland. Auch in der Region zeigten am Donnerstagabend viele ihre Solidarität - mit Mahnwachen in Heidelberg, Mannheim und Landau.

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Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
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SWR Fernsehen BW

In Heidelberg schwenkten die Teilnehmer der Kundgebung Transparente und zeigten Flagge gegen Rassismus und Fremdenhass. Auch der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering und der Heidelberger Bundestagsabgeordnete Lothar Bindinig (SPD) waren bei der Kundgebung auf dem Bismarckplatz dabei.

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Kundgebungen in Mannheim und Landau

In Mannheim nahmen am Donnerstagabend laut Polizei rund 500 Menschen an einer Mahnwache auf dem Marktplatz teil. In Landau versammelten sich nach Angaben der Stadt rund 150 Menschen vor dem Rathaus. Zur Mahnwache aufgerufen hatten der "Verein für Toleranz und Menschlichkeit Südpfalz" sowie mehrere Parteien, Organisationen und Institutionen. Oberbürgermeister Thomas Hirsch sagte in einer Stellungnahme, das Mitgefühl gelte allen Betroffenen. Er verurteile die offenbar rassistisch motivierte, feige Tat aufs Schärfste. Unterdessen hat Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) nach eigenen Angaben ein Kondolenzschreiben an den Oberbürgermeister von Hanau geschickt.

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Kundgebung in Weinheim geplant

Für Sonntag ruft das Weinheimer Bündnis "Weinheim bleibt bunt" zu einer weiteren Mahnwache auf. Es soll um 17 Uhr am Mahnmal für die Opfer von Vertreibung, Krieg und Gewalt im Stadtpark stattfinden. Als Redner haben sich unter anderem Rechtsextremismus-Experte Manfred Forell und der Landtagsabgeordnete Uli Sckerl (Grüne) angekündigt.

Trauerbeflaggung in Hessen

Das hessische Innenministerium hat nach der Bluttat von Hanau Trauerbeflaggung angeordnet. An den Rathäusern in Heppenheim, Bensheim und Viernheim (Kreis Bergstraße) wehen seitdem die Fahnen auf Halbmast.

Mahnwache in Heidelberg (Foto: SWR)
Mahnwache in Heidelberg

Prinzessinnenempfang abgesagt

Am Donnerstagnachmittag hatte die Stadt Mannheim in Absprache mit der Karnevalskommission den Prinzessinnenempfang im Rathaus abgesagt. "Das Gift der rassistischen und ausländerfeindlichen Ideologie hat Menschen das Leben genommen. Wir trauern um die Opfer", schrieb Oberbürgermeister Peter Kurz in einer Mitteilung.

Rechtsradikaler Anschlag

Ein Deutscher hatte am Mittwochabend bei einem rechtsradikalen Anschlag in zwei Shisha-Bars im hessischen Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund erschossen. Der Täter hatte nach dem Anschlag sich selbst getötet. Die Polizei fand in seiner Wohnung eine weitere leiche - es handelt sich um die Mutter des Mannes. Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts.

Vor dem Rathaus in Landau gedenken zahlreiche Menschen der Opfer in Hanau und ihrer Angehörigen  (Foto: Stadtverwaltung Landau)
Vor dem Rathaus in Landau gedenken zahlreiche Menschen der Opfer in Hanau und ihrer Angehörigen Stadtverwaltung Landau

Konsequenzen gefordert

Nach der Bluttat fordert der zweite Vorsitzende des Ludwigshafener Migrationsbeirats Ibrahim Yetkin Konsequenzen.

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