Hand dreht an Heizungsregler (Foto: SWR)

Stadtwerke Schwetzingen verschicken Briefe

Preiserhöhung per Post - Gas für Kunden in der Region wird immer teurer

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Heizen wird immer teurer. Viele Menschen in der Rhein-Neckar-Region haben in diesen Tagen Post bekommen - mit saftigen Preiserhöhungen. Hintergrund ist der Ukraine-Krieg.

Die Stadtwerke Schwetzingen haben Briefe mit einer Hiobs-Botschaft an ihre Kunden geschickt: Ab Juni wird es für sie teurer - und zwar deutlich. Die Geschäftsführerin der Stadtwerke, Martina Braun, spricht einer Verdoppelung der Preise. Es gehe um etwa acht acht Cent pro Kilowattstunde - und das über alle Tarife hinweg.

Hohe Kosten werden 1:1 an Kunden weitergegeben

Hintergrund seien die extrem gestiegenen Kosten im Einkauf. Die würden an die Kunden weitergegeben. Das gelte für Bestands- und Neukunden.

"Wir haben Preise an der Börse von 200 bis 250 Euro je Megawattstunde, wo wir im vergangenen Jahr im Einkauf noch bei 26 Euro waren."

Dafür gibt es nach Angaben der Stadtwerke mehrere Gründe. Beispiele seien die wieder anziehende Wirtschaft nach Corona oder die unterbrochenen Lieferketten durch die Pandemie. Es gebe aber auch einen erhöhten Gasbedarf in China und Asien. Die extremen Schwankungen seien aber auf die unsichere Situation durch den Ukraine-Krieg zurückzuführen.

"Wir versuchen, sobald die Kosten runter gehen, den Kunden auch wieder einen besseren Preis anzubieten."

Tipp: Heizung ein paar Grad runter drehen

Kunden könnten beispielsweise Energie sparen, indem sie nicht mehr auf 20 oder 21 Grad hoch heizen, sondern nur auf 18 oder 19 Grad. Oder tagsüber weniger heizen, wenn sich die Räume durch die Sonne erwärmen, so die Geschäftsführerin der Stadtwerke.

Prognose für die kommenden Monate schwierig

Wie sich der Markt entwickle, sei extrem von der Situation in der Ukraine abhängig. So sieht das auch Sebastian Ackermann, Sprecher des Mannheimer Energieversorgers MVV.

Anders als bei den Stadtwerken Schwetzingen bleiben die Preise bei der MVV 2022 aber konstant. Das liege daran, dass die MVV größere Mengen Gas im Voraus beschafft habe. Die Preise waren damals noch die vor dem Ukraine-Krieg, so Ackermann.

"Das heißt nichts für die Zukunft. Eines ist klar: Die Preise werden deutlich nach oben gehen."

Die Beschaffungssituation überall auf der Welt und in der Region sei aber unter Druck, und das werde Auswirkungen für die Zukunft haben. Wie sich die Situation im Winter entwickelt, könne niemand kalkulieren und vorhersagen, so Ackermann.

Mannheim: Viele Haushalte mit Fernwärme versorgt

In Mannheim habe man außerdem den Vorteil, dass viele Haushalte Fernwärme beziehen. Für die, die fossiles Gas nutzen, müssen langfristig Alternativen her, so die MVV. Das könnten biogene Gase sein oder ein Umstieg auf Alternativen wie Pelletheizungen oder Wärmepumpen.

Die MVV und die Stadtwerke Heidelberg haben für Menschen in einer finanziellen Notlage einen Notfall-Fonds eingerichtet. Außerdem hat die Bundesregierung bereits Beschlüsse gefasst, um Bürger und Unternehmen wegen der hohen Energiepreise zu entlasten. Dazu gehört auch ein Heizkostenzuschuss für einkommensschwache Haushalte.

Rheinland-Pfalz

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