Windrad auf einem Feld (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich)

Ziel: Klimaneutralität bis 2030

Projekt "Klimaneutrale Städte" - Mannheim und Heidelberg setzen auf Zusammenarbeit

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Die EU hat 100 Städte für das Projekt "Klimaneutrale Städte" ausgewählt - darunter Mannheim und Heidelberg. Nun soll die Zusammenarbeit beider Städte verstärkt werden.

Es ist eine Absichtserklärung, aber es ist auch noch viel mehr als das, darüber sind sich die Rathauschefs der beiden Städte, Eckart Würzner (parteilos) aus Heidelberg und Peter Kurz (SPD) aus Mannheim, einig – denn der Wechsel hin zur Klimaneutralität muss vorangetrieben werden. Deshalb sind die beiden Oberbürgermeister froh darüber, in das EU-Programm "100 klimaneutrale Städte" aufgenommen worden zu sein. Trotzdem gilt es, große Hürden zu überwinden.

"Was uns momentan am meisten fehlt, ist nicht der Wille. Alle wollen wechseln zu erneuerbaren Energien, aber die Genehmigungsverfahren dauern viel zu lange: Wir warten sieben Jahre für eine Windkraftanlage. So kommen wir nie zum Ziel."

Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz gemeinsam mit Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner und Heidelbergs Grüner Umweltbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (von links). (Foto: SWR)
Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz gemeinsam mit Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner und Heidelbergs Grüner Umweltbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (von links).

Fernwärmenetz ausbauen

Um erfolgreich zu sein, sagt Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner, müssen sich die Kommunen regional zusammenschließen - und das vor allem in drei Bereichen, die sie auch tatsächlich beeinflussen können: Bei der Stromerzeugung, bei der Mobilität und bei der Wärmeversorgung.

"Wir wollen insbesondere das Thema Fernwärme voranbringen, weil es die beste Möglichkeit ist, schnell klimaneutral zu werden. In Heidelberg werden bereits jetzt 50 Prozent des gesamten Stadtgebiets mit grüner Fernwärme versorgt – in vier Jahren sind wir bei 100 Prozent."

ÖPNV verbessern

Auch den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs wollen die Bürgermeister vorantreiben. Insgesamt stellt Brüssel 360 Millionen Euro Fördergeld zur Verfügung – aber verteilt auf 100 Städte bleibt für die einzelne Kommune im Schnitt nicht viel übrig. Darin sehen die Oberbürgermeister aber kein großes Problem.

Weitere Fördertöpfe anzapfen

Mit dem Geld der EU wird nämlich vor allem die Planungs- und Koordinierungsarbeit finanziert. Die wiederum soll dann dafür sorgen, dass für konkrete Projekte weitere Fördertöpfe angezapft werden können. Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz ist sich sicher, dass der kommunale Klimaschutz durch die EU-Mission Klimaneutrale Städte nochmal einen ganz neuen Schub bekommt.

"Es geht jetzt darum, alle Sektoren in den Blick zu nehmen - von Landwirtschaft bis Industrie. Für die sind wir ja nicht unbedingt zuständig, aber wir können eine moderierende Funktion einnehmen. Mit diesem Programm haben wir die Chance, Bereiche zu erkennen, bei denen wir nicht ausreichend vorankommen, weil die gesetzlichen Vorgaben fehlen."

EU will Daten auswerten

Ob es bis 2030 mit der Klimaneutralität geklappt hat, wird die EU streng überwachen, hieß es heute – nicht anhand konkreter Emissionsmessungen, sondern mit Modellrechnungen. Die scheinen allerdings schwierig zu sein. Ob Mannheim sein schon vor Jahren erklärtes Ziel, bis 2020 die CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 40 Prozent zu senken, erreicht hat, kann die Stadt heute noch nicht sagen – die Daten dafür seien noch nicht ausgewertet. Spannend wird es aber bereits im Juni: Dann treffen sich Vertreter aller 100 beteiligten Städte bei einer EU-Auftakt-Konferenz in Brüssel.

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