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Die Staatsanwaltschaft Heidelberg ermittelt gegen den Arzt Bodo Schiffmann aus Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis). Der "Querdenken"-Aktivist soll Patienten unrichtige Atteste ausgestellt haben, die sie aus medizinischen Gründen von der Maskenpflicht befreien.

Der Arzt aus Sinsheim soll in mindestens drei Fällen unrichtige Atteste ausgestellt haben, die Patienten aus medizinischen Gründen von der aktuellen Maskenpflicht befreien sollen. Laut Polizei wohnten die Personen aber hunderte Kilometer entfernt, so dass der Verdacht besteht, dass sie nie durch den Beschuldigten untersucht worden seien.

Maskenpflicht (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Der Arzt aus Sinsheim soll Patienten, ohne sie untersucht zu haben, Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt haben. picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa

Praxisräume durchsucht

Die Staatsanwaltschaft Heidelberg hat zudem auf SWR-Anfrage bestätigt, dass am Dienstag Praxisräume des Arztes durchsucht worden sind. Die Auswertung des Beweismaterials sowie die weiteren Ermittlungen dauern derzeit an, heißt es.

Schiffmann äußert sich in Video zu Vorwürfen

Bodo Schiffmann hatte sich selbst beim Messenger-Dienst Telegram in einem Video zu den Ermittlungen geäußert. Der "Querdenken"-Aktivist hat dort 62.000 Anhänger. In der Videobotschaft bestätigt er die Durchsuchungen, bezeichnet die Vorwürfe aber als falsch. Er sagte, jeder Mensch habe ein Recht auf ein Attest, jeder Arzt der es ihm verweigere, verstoße gegen die ärztliche Kunst.

Ausstellen unrichter Atteste kann bestraft werden

Gemäß Paragraph 278 Strafgesetzbuch (StGB) ist das Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse strafbar und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft werden.

Eine SWR-Anfrage an Bodo Schiffmann, Stellung zu den Vorwürfen zu nehmen, blieb bislang unbeantwortet.

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