Ein Arzt füllt einen Impfpass aus.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Martin Schutt)

Impfpflicht für Mitarbeitende in Gesundheitsberufen

Mannheimer Altenpfleger über Impfpflicht: "Ich wurde erpresst"

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Wer in Medizin oder Pflege arbeitet, muss ab 16. März gegen Corona geimpft sein. Ein Mannheimer Altenpfleger hat mit Nebenwirkungen zu kämpfen und hadert mit der Impfung.

Der 58-Jährige Altenpfleger aus Mannheim, mit dem der SWR gesprochen hat, will namentlich nicht genannt werden. Über eine Impfung gegen das Coronavirus hat er lange nachgedacht, weil er unter Gicht leidet. Er hatte Sorgen vor Impf-Nebenwirkungen und hatte sich deshalb zunächst gegen eine Impfung gegen Corona entschieden.

Altenpfleger: "Impfung oder keine Arbeit mehr"

Am Ende musste sich der Altenpfleger impfen lassen, um seinen Beruf weiter ausüben zu können. Sich von der Impfpflicht befreien zu lassen - das ging nicht trotz seiner Vorerkrankung.

"Hopp oder topp, ich wurde erpresst. Entweder ich hab keine Arbeit mehr oder ich lass mich impfen. So hab' ich das empfunden."

Nach seiner ersten Impfung kurz vor Weihnachten bekam er Schmerzen und es ging es ihm wochenlang schlecht. Der Mann konnte fast nur im Bett liegen, sagte er dem SWR. Im Moment könne er nur wenige Stunden am Tag arbeiten. Dass das alles mit seiner Corona-Impfung zusammenhängt, habe ihm aber kein Arzt bestätigen können.

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Impfpflicht für Medizin und Pflege

Die "einrichtungsbezogene Impfpflicht" gilt ab dem 16. März. Bis 15. März mussten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrem Arbeitgeber melden, ob sie geimpft oder genesen sind, oder sie sich mit einem Attest von dieser Pflicht befreien lassen können. Die Arbeitgeber melden das dann den Behörden.

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Gesundheitsämter kontrollieren Impfungen im Gesundheitswesen

Laut der Stadt Mannheim gibt es dafür ein digitales Meldeportal des Landes, das die Informationen an das zuständige Gesundheitsamt übermittelt. Diese Meldungen müssten dann geprüft werden. Ein Tätigkeits- und Betretungsverbot wird laut Stadt sicher nicht sofort greifen. Vorher müssten mildere Maßnahmen geprüft werden. Auch das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, das auch für Heidelberg zuständig ist, will zunächst beraten und den Betroffenen ein niederschwelliges Impfangebot machen.

"Unsere Intention ist schließlich nicht, sofort Beschäftigungsverbote anzuordnen, sondern eine höhere Impfquote zu erreichen."

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