Wer auf dem Dorf lebt, kennt das Phänomen: Erst macht der Metzger zu, dann der Bäcker und irgendwann schließt auch die letzte Gastwirtschaft. Auch in Rosenberg gab es irgendwann nichts mehr. Der kleine Laden in der Ortsmitte hatte die Türen für immer geschlossen, die großen Räume lagen leer und verlassen, die Schaufensterfronten glotzten still und finster Richtung Dorfstraße. Aber da ging ja schon lange niemand mehr vorbei - wohin auch? Vor einigen Monaten haben sie das Licht im Dorfladen aber wieder angemacht.
Genossenschaftlicher Dorfladen
Die Bewohner von Rosenberg wollten wieder einen Laden im Ort haben. Weil sich aber kein Betreiber fand, haben sie die Sache einfach selbst in die Hand genommen - mit einem genossenschaftlich betriebenen Dorfladen. Der ist seit einigen Monaten geöffnet und erweist sich als echter Magnet.
Bewohner machen alles selbst
Aber vor der Eröffnung haben erstmal die Mitglieder der Genossenschaft den alten Laden monatelang ehrenamtlich grundsaniert und renoviert. Unzählige Rosenberger Bürger und Bürgerinnen schufteten da in jeder freien Minute, dann wurden Mitarbeiterinnen festangestellt. Finanziert wurde alles aus Eigenmitteln und Zuschüssen - und weiterhin mitgetragen von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.

Dorfladen mit allem drum und dran
Innen präsentiert sich ein moderner Supermarkt mit frischem Obst und Gemüse, einer Fleisch- und Wursttheke, mit frischen Backwaren, mit einer Poststelle und einem kleinen Café. An einem ganz normalen Vormittag ist im Dorfladen so viel los, dass die Kunden mitunter an der Kasse warten müssen.
"Ich bekomme hier alles, was ich brauche, und ich treffe immer noch jede Menge Leute aus dem Dorf."
Marktleiterin Andrea Stapf ist von dem Konzept des Ladens begeistert. Schon 40 Jahre lang arbeitete sie als Verkäuferin in großen Supermärkten. Jetzt habe sie im kleinen Dorfladen in Rosenberg mit Ende 50 nochmal den Job ihres Lebens gefunden, sagte sie. Sie könnten selber entscheiden, welche Erzeuger und Anbieter sie ins Sortiment aufnehmen, und sie könnten sich auch direkt nach den Wünschen der Kundschaft richten, sagte Stapf.
"Ein Genossenschaftsladen ist die einzige Möglichkeit, wie man überhaupt einen Supermarkt in einer kleinen Gemeinde betreiben kann."

Wieder mehr Menschen auf der Straße
Für Andrea Stapf steht fest: Der Laden ist nicht einfach nur ein Laden. Der kleine Supermarkt hat im Prinzip schon großes verändert in Rosenberg, und das nicht nur für die Menschen, die jetzt endlich wieder vor Ort und zu Fuß einkaufen gehen können. "Früher war die Straße hier wie ausgestorben, jetzt sind da täglich Leute unterwegs, das hat sich sehr verändert", sagte Stapf