Alkohol im Schaufenster (Foto: IMAGO, xAmitxMendelsohnx)

Nationale Präventionswoche

Krebs vorbeugen - Experten fordern: Alkoholabgabe erst ab 18 Jahren

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Alkohol ist einer der vermeidbarsten Krebsrisikofaktoren. Etwa 20.000 Krebsfälle gehen in Deutschland jährlich auf übermäßigen Genuss zurück. Experten fordern: Alkoholabgabe ab 18.

Anlässlich der Nationalen Krebspräventionswoche, die vom 12. bis 16. September stattfindet, appellieren die Deutsche Krebshilfe, das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg und die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) an die Politik, Rahmenbedingungen für eine gesunde Lebensweise zu fördern. Warum die Präventionswoche wichtig ist, klären SWR Moderatorin Esher Uhrig und SWR Reporterin Rosa Omenaca im Gespräch:

Steuererhöhungen auf Alkohol, Abgabe erst ab 18 Jahren

Dazu zählen Steuererhöhungen und Werbeeinschränkungen für Alkohol. Aber es gibt auch weitergehende Vorschläge: Zum Beispiel Alkohol erst an Jugendliche zu verkaufen, die 18 Jahre und älter sind. Das seien evidenzbasierte Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen. Die Forschung unterstreicht also die Forderung der Experten.

"Steuererhöhungen und Werbeeinschränkungen für alkoholische Getränke sind evidenzbasierte Maßnahmen, die auch international von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen werden", sagt Prof. Dr. med. Dr. h. c. Michael Baumann, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg.

Jugendlicher kauft Alkohol (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Jens Büttner)
Rund 16 Prozent der erwachsenen Männer und 11 Prozent der erwachsenen Frauen, die wöchentlich Alkohol trinken, nehmen riskante Mengen zu sich. picture alliance / dpa | Jens Büttner

Mit der Erhöhung des Abgabealters auf 18 Jahre soll erreicht werden, dass junge Menschen später das erste Mal Alkohol konsumieren. Je früher Jugendliche ihr erstes alkoholisches Getränk zu sich nehmen, desto größer sei ihr Risiko, abhängig zu werden, heißt es. Denn das Problem ist: Alkohol ist ein Zellgift. Es kann Krebs auslösen. Deshalb gebe es auch keinen sicheren Konsum.

Debatte über Alkoholkonsum anstoßen

Parallel zur Krebspräventionswoche erscheint auch die Neuauflage des Alkoholatlas Deutschland 2022. Demnach konsumieren rund 16 Prozent der erwachsenen Männer und 11 Prozent der erwachsenen Frauen, die wöchentlich Alkohol trinken, riskante Mengen. Ein erhöhter Alkoholkonsum sei dabei ein bedeutender Risikofaktor für zahlreiche Krankheiten, darunter einige Krebsarten wie Darm- und Brustkrebs. Die Experten wollen damit eine gesellschaftliche Debatte anstoßen.

20.000 Krebsneuerkrankungen im Jahr

Alleine in Deutschland, so die Schätzung der Experten, erkranken jedes Jahr tausende Menschen mit oder an den Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum. Rund 8.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen. Die Kosten durch den Alkoholkonsum liegen - direkt sowie indirekt verursacht - bei 57 Milliarden Euro, heißt es weiter. Dem gegenüber stünden aber nur 3,2 Milliarden an Einnahmen durch die Alkoholsteuer.

Aktionswoche mit Motto-Veranstaltung in Heidelberg

Im Laufe der Aktionswoche finden mehrere Veranstaltungen statt. Unter anderem in Heidelberg: Unter dem Motto "#ZEROHERO: Ohne Alkohol sinkt dein Krebsrisiko".

Es ist wieder Zeit für die Nationale #Krebspräventionswoche! ☂️ Unter dem Motto „#zerohero: Ohne Alkohol sinkt dein Krebsrisiko“ machen die Dekaden-Partner @Krebshilfe_Bonn, @DKFZ & @DKG_Berlin auf den #Krebs-Risikofaktor #Alkohol aufmerksam 👉https://t.co/NGhXe2p6qp #XgegenKrebs https://t.co/cC4frCWvt7

Die drei großen Krebsinstitutionen in Deutschland, das Deutsche Krebsforschungszentrum, die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft stellen bei ihrer jährlichen Nationalen Krebspräventionswoche seit 2019 jeweils einen vermeidbaren Krebsrisikofaktor in den Fokus.

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