50 Jahre Döner (Foto: SWR)

Kult-Fastfood wird 50

Ein Teil Mannheims: Happy Birthday, Döner!

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Vor 50 Jahren wurde der Döner in Berlin erfunden. Seitdem ist er ein Fastfood-Klassiker – mit einem zwiespältigen Image. Dagegen wollen Mannheimer Döner-Verkäufer etwas unternehmen.

Mannheim ist bunt, vielfältig und multikulturell: Mehr als 45 Prozent der Bewohner haben einen Migrationshintergrund. Das sorgt in der Stadt für kulinarische Vielfalt. Aber dennoch gibt es einen klaren Favoriten: Den Döner! Alleine im direkten Umfeld des Mannheimer Marktplatzes gibt es 16 türkische Grillrestaurants – und ansonsten auch fast überall im Stadtgebiet.

Döner in vielen Varianten gefragt

Hacer Özay und ihr Mann betreiben einen Dönerladen in der Mannheimer Neckarstadt. Neben dem klassischen Döner im Brot, bieten sie auch überbackene oder vegane Varianten an. Vor allem die Kreationen mit Halloumie-Grillkäse, Gemüse oder dem Fleischersatz Seitan kommen bei der Kundschaft gut an. Nachhaltigkeit, sagt Hacer Özay, steht in ihrem Familienbetrieb an vorderster Stelle. 

"Unser Döner wird hier regional produziert und unser Brot beziehen wir über eine Getreidemühle im Odenwald."

Hacer Özay (Foto: SWR)
Hacer Özay

 Döner ist nicht gleich Döner

Mustafa Atci verkauft in der Mannheimer Innenstadt eine ganz andere und traditionelle Form des Döners. Dabei wird das aufgespießte Lammfleisch waagerecht geschnitten und auf dem offenen Feuer gegrillt. Das soll das Fleisch besonders knusprig und innen zart machen. Nur sehr wenige bieten diese Art von Kebab in Deutschland an, weil die Zubereitung aufwendiger und teurer ist.  

"Die Vorbereitung ist wirklich schwer: Man muss das einen Tag vorher zubereiten – und durch das Feuer entsteht der Röstgeruch."

 Qualität interessiert viele Kunden nicht

Deutschlandweit gibt es nach offiziellen Angaben mehr als 18.000 Dönerläden. Zum Vergleich: Bundesweit betreibt die Fast-Food Kette McDonald'sgerade mal rund 1.500 Restaurants. Aber auch wenn viele Fastfood lieben: Die Qualität bleibt oft auf der Strecke, sagt Dönerladenbetreiberin Hacer Özay.   

"Es machen zu viele Leute Döner, die keine Ahnung davon haben. Sie machen Dumping-Preise und es geht nur darum, wer billiger ist. In einem großen Döner für 2,50 Euro oder 3,50 Euro ist nichts Gescheites drin."

Dieser Konkurrenzdruck ist für den Familienbetrieb nicht immer leicht, sagt sie. Aber für viele Kunden scheint die Qualität keine Rolle zu spielen. Hacer Özay hofft, dass der Döner sein schlechtes Image irgendwann überwinden wird. Aber eins ist klar: Das hat seinen Preis. Unter acht Euro, sagt sie, kann niemand einen richtig guten Döner anbieten.

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