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Die Corona-Pandemie ist für alle eine große Belastung – ganz besonders aber für chronisch kranke und pflegebedürftige Kinder und Jugendliche. Sie leben seit einem Jahr in Dauerquarantäne. Wie die 17-jährige Mara aus Heidelberg.

Sprechen kann Mara nicht, mit Blicken, Gesten und Lauten versucht sie, ihrer Mutter klar zu machen, was sie will. Die 17-Jährige ist schmal und dunkelhaarig und sieht viel jünger aus. Mara  hat das Down-Syndrom, ihr Herz, die Niere und die Lunge sind angegriffen, eine Coronainfektion würde sie wohl nicht überleben. Und weil Mara nur zur Prioritätsgruppe 2 gehört, hat sie bislang noch keinen Impfstoff  bekommen.

Angst vor Ansteckung

Maras Eltern haben ihr Leben in den vergangenen zwölf Monaten völlig umgekrempelt. Beide sind Allgemeinärzte, der Vater arbeitet weiter in der Praxis. Für die Familie hat das massive Konsequenzen. Aus Angst, die eigene Tochter anzustecken, ist der Vater ausgezogen und kommt nur vorbei, wenn er frei hat – und vorher negativ getestet wurde.

Kraftreserven aufgebraucht

Angelika Sperle arbeitet inzwischen nicht mehr und kümmert sich rund um die Uhr um Mara. Anfangs hat sie das noch alleine getan, aber irgendwann ging ihr die Kraft aus. Sowohl physisch, als auch psychisch.

Hoffen auf baldige Impfung

Maras Leben ist eintönig geworden. Bis vor einem Jahr war sie natürlich in der Schule und hat dort Kontakte gehabt, die ihr jetzt sehr fehlen. Auch  Krankengymnastik bekommt sie zurzeit nicht mehr. Das, sagt ihre Mutter, habe sie schon sehr zurückgeworfen. Wie lange es noch so weitergeht, weiß die Familie nicht. Maras Eltern setzen alle ihre Hoffnungen in eine schnelle Impfung. Die ganze Hoffnung der Mutter richtet sich auf die Impfung. Damit die Angst endet – und wieder Normalität eintritt.

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