Uniklinik Heidelberg hat Corona-Schnelltests geprüft (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Nicolas Armer)

Uniklinikum Heidelberg prüft

Wie genau sind Corona-Schnelltests?

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Es gibt immer mehr Antigen-Schnelltests auf dem Markt, doch wie zuverlässig sind die Tests? Das Uniklinikum Heidelberg hat ein paar davon geprüft.

Das Uniklinikum in Heidelberg hat 61 Corona-Schnelltests auf ihre Genauigkeit geprüft. Genauer gesagt, prüfte die Privatdozentin Dr. Claudia Denkinger, Leiterin der Sektion Klinische Tropenmedizin am Zentrum für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg, zusammen mit ihrem Team. Jetzt präsentieren sie ihre Ergebnisse. Die wurden übrigens auch zur Planung von Teststrategien und für Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwendet.

Covid-Schnelltests auf dem Prüfstand: Welcher Test kann was? 🧐 Im Laufe der letzten Monate hat sich die Anzahl der...Posted by UniversitätsKlinikum Heidelberg on Thursday, August 19, 2021

Corona-Schnelltests sind relativ genau

"Es gibt Schnelltests, die sich eignen, schnell hoch-infektiöse Personen zu identifizieren, und das nur mit wenigen Fehlern."

Die Studien hätten gezeigt, dass die Corona-Schnelltests positiv Infizierte erkennen: Die Schnelltests haben bei sieben von zehn Corona-Erkrankten ein richtiges - in dem Fall positives - Ergebnis angezeigt. Die Trefferwahrscheinlichkeit sei höher, wenn die Person in ihrer ersten Erkrankungswoche getestet werde, sagte Denkinger. Dann liege die Quote bei acht von zehn Personen, sagte Denkinger. Die Tests zeigten, dass es nur sehr wenige Schnelltests gebe, die ein falsch-positives Ergebnis anzeigen. Aber klar: Die sicherste und genaueste Teststrategie sei nach wie vor ein PCR-Test aus dem Labor.

Nicht jeder Schnelltest ist gleich gut

Die Auswahl des Tests sei entscheidend, denn die würden sich schon voneinander unterscheiden – auch wenn das aus den Angaben des Herstellers nicht hervorgehe. Das würden unabhängige Studien zeigen, so Denkinger. Das Paul-Ehrlich-Institut hat außerdem eine Liste mit geprüften Schnelltests veröffentlicht. Die aufgeführten Tests seien aber nur darauf geprüft worden, ob sie eine Infektion erfassten, sagte Denkinger. Und eben nicht auf die Problematik eines falsch-positiven Ergebnisses. Deshalb haben sie und ihr Team ebenfalls eine Liste mit geprüften Schnelltests veröffentlicht, die eben diesen Faktor berücksichtigt.

"Wir hoffen, Entscheidungsträgern im Gesundheitssystem aber auch privaten Personen bei der Auswahl der bestmöglichen Tests zu helfen."

Heidelberger Studie beeinflusst WHO-Leitlinie

Bereits seit Mitte vergangenen Jahres teilt das Team um Denkinger ihre Studien mit der WHO. Durch diese Ergebnisse hätten bereits vier Schnelltests eine Notfallzulassung erhalten, sagte Denkinger. Und sie hätten auch schon dazu geführt, dass die WHO-Leitlinie aktualisiert wurde. Diese Leitlinien beinhalten Empfehlungen, wie welche Tests angewendet werden sollten und welche Kriterien ein zuverlässiger Schnelltest erfüllen soll.

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