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Die Termine für Corona-Schnelltests vor Weihnachten im Rhein-Neckar-Kreis und im Neckar-Odenwald-Kreis waren schnell ausgebucht. Die Diskussion über die Zuverlässigkeit von Schnelltests geht unterdessen weiter.

Schnelltests in Dallau (Foto: SWR)
Corona-Schnelltest-Aktion am Mittwochmorgen in Elztal-Dallau

Die Schnelltest-Aktion des DRK Mosbach in der Elzberghalle in Elztal-Dallau (Neckar-Odenwald-Kreis) hat am Mittwoch wie geplant begonnen. Ehrenamtliche und mindestens ein Arzt nehmen Abstriche vor, das Ergebnis des Schnelltests soll nach 15 Minuten vorliegen. Die 900 Termine dafür waren allerdings binnen weniger Stunden bereits vergeben.

Kein Freibrief für unbesorgtes Verhalten

Ein negatives Ergebnis dürfe keinesfalls als Freibrief für unbesorgtes Verhalten genommen werden, betont das DRK. Positiv Getestete würden direkt ans Gesundheitsamt verwiesen und in Quarantäne geschickt.

Corona-Schnelltest in Elztal-Dallau (Foto: SWR)
Corona-Schnelltest am Mittwochmorgen in Elztal-Dallau

Schnelltests auch im Rhein-Neckar-Kreis ausgebucht

Wie der Rhein-Neckar-Kreis bereits am Dienstag mitgeteilt hatte, waren alle möglichen Termine für die Corona-Schnelltests in den kreiseigenen Zentren in Reilingen, Sinsheim, Heidelberg und Eberbach ebenfalls schnell vergeben. Dort werden seit Mittwoch die Schnelltests nach vorheriger Anmeldung durchgeführt.

Bei einem positiven Schnelltest wird laut Kreisverwaltung direkt anschließend und vor Ort ein PCR-Bestätigungstest durchgeführt. Außerdem muss sich die betreffende Person unverzüglich in Quarantäne begeben.

Aussagekraft der Schnelltests eingeschränkt

Ist das Antigen-Schnelltest-Ergebnis negativ, ist die getestete Person mit großer Wahrscheinlichkeit nicht infektiös; die Aussagekraft hierfür liegt bei ca. 90 bis 95 Prozent. Wichtig ist, dass die Tests keine hundertprozentige Sicherheit garantieren und nur eine Momentaufnahme darstellen. Auch bei einem negativen Testergebnis gilt also in jedem Fall weiterhin unbedingt die AHA-Formel: Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske (Mund-Nasen-Bedeckung) tragen.

Schnelltest-Aktion in Buchen abgesagt

Der DRK-Kreisverband Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) hatte im Vorfeld die für den 23. und 24. Dezember geplanten Corona-Schnelltests abgesagt. Hintergrund ist die hohe Zahl der Infektionen im Landkreis.

Die Kreisverwaltung habe große Sorge, dass sich Menschen nach der Testung allzu sicher fühlten und gefährdete Angehörige ansteckten, die sie ohne Test gar nicht erst besucht hätten, heißt es beim DRK. Statt der Schnelltest-Aktion will das DRK nun seine ehrenamtlichen Helfer bitten, Alten- und Pflegeheime im Kreis zu unterstützen, die durch Corona an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit geraten seien.

"Die Entscheidung ist uns wirklich sehr schwer gefallen. Wir möchten aber uns und die Bevölkerung schützen."

Steffen Horvarth, Geschäftsführer des DRK Kreisverbandes Buchen

DRK-Geschäftsführer Steffen Horvath sagte, die hohe Zahl der Anmeldungen habe gezeigt, dass viele den Schnelltest nur deshalb wahrnehmen wollten, damit sie sich an Weihnachten mit Freunden treffen könnten. Genau davor habe man aber im Vorfeld gewarnt. Daher könne man die Entscheidung der Kreisverwaltung gut nachvollziehen.

"Wir begrüßen die Absage durch das DRK, wir hatten schon sehr früh Bedenken wegen des Datums unmittelbar vor Weihnachten."

Landrat Achim Brötel, Neckar-Odenwald-Kreis

Hausärzteverband warnt vor trügerischen Schnelltests

Dass Corona-Schnelltests nur bedingt und nur für den Augenblick Sicherheit bringen, erläuterte die Vorsitzende des Hausärzteverbands in Rheinland-Pfalz, Barbara Römer.

Neckar-Odenwald-Kreis ist inzwischen Corona-Hotspot

Der Neckar-Odenwald-Kreis gehört landesweit zu den Spitzenreitern bei der 7-Tages-Inzidenz. Grund hierfür sind nach Auskunft der Kreisverwaltung insbesondere stark steigende Fallzahlen in Pflegeheimen und Unterkünften der Johannes-Diakonie. Landrat Achim Brötel appellierte an die Bürger, auch über die Feiertage jeden Kontakt zu vermeiden, der nicht zwingend notwendig sei.

Schnelltests seit Montag in Ladenburg möglich

Unterdessen eröffnete am Montag die KTS Krankentransport GmbH eine Corona-Schnellteststelle in Ladenburg (Rhein-Neckar-Kreis). Das Zentrum in der Lobdengauhalle wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Ladenburg und dem Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises eingerichtet und soll bis Heiligabend in Betrieb bleiben. Dort konnte man laut Stadt ohne Voranmeldung zum Schnelltest kommen.

"Der Test bringt auf keinen Fall eine Garantie, sondern ist lediglich ein zusätzliches Mittel, neben den sonstigen Corona-Regeln, die unbedingt eingehalten werden müssen"

Tobias Strohbach, Geschäftsführer KTS

Aus Sicht der KTS reagiert man damit auf die hohe Nachfrage in der Bevölkerung. Allerdings betont Geschäftsführer Tobias Strohbach, dass das Ergebnis lediglich ein Indikator sei und alle anderen Regeln wie Abstand, Hygiene und Maskenpflicht unbedingt dennoch einzuhalten seien.

Menschen warten vor dem Corona-Schnelltest-Zentrum in Ladenburg (Foto: SWR)
Menschen warten vor dem Corona-Schnelltest-Zentrum in Ladenburg

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