Musiker und Sänger vom Corona-Chor Mosbach (Foto: SWR)

Mehr als 50 Songs im Repertoire

Mosbacher "Corona-Chor" trifft sich auch ohne Lockdown

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Im ersten Pandemie-Lockdown 2020 haben sie angefangen und seitdem nicht mehr aufgehört: Nachbarn einer kleinen Straße in Mosbach treffen sich jeden Sonntagabend zum Corona-Gesang.

Wenn man die Anwohner im Mosbacher Akazienweg fragen würde, ob die Pandemie auch etwas Gutes hatte, dann würden sie vermutlich mit "ja" antworten.

"Wir waren auch vorher schon eine gute Nachbarschaft, aber der Corona-Chor hat uns nochmal fester zusammengeschweißt!"

Gitarre, Cello und Trompete unterstützen den Corona-Chor. (Foto: SWR)
Gitarre, Cello und Trompete unterstützen den Corona-Chor.

Rund 20 Nachbarn machen mit

Früher ging Starke mit ihrem Mann Sonntagabends tanzen, aber mit dem ersten Lockdown im März 2020 wurde auch das unmöglich. Seitdem singen die Eheleute Starke: jeden Sonntagabend, gemeinsam mit fast 20 Nachbarn.

"Wir haben im Lockdown frustriert aus den Fenstern geschaut und wussten nicht, was wir mit uns anfangen sollen."

Großes Repertoire

Das gemeinsame Singen sollte den Lockdown-Blues vertreiben und entwickelte sich zum pandemie-unabhängigen Dauerbrenner. Das Repertoire des Corona-Chores wuchs analog zu den Infektionszahlen: erst waren es ein paar wenige Lieder, die die Männer und Frauen miteinander sangen, dann wurden es mehr und mehr.

"Wir haben aktuell mehr als 50 Lieder im Programm, und jeder darf sich wünschen, was wir singen wollen!"

Begleitet wird die singende Nachbarschaft von Trompete, Cello und Gitarre, mal von Rasseln und Bongos, mal von einer alten Melodika, die Claudia Starke noch auf dem Dachboden liegen hatte.

Gesungen wird, was gefällt

Der Beginn ist jeden Sonntag gleich: Mit dem Sechs-Uhr-Schlag der Mosbacher Stiftskirche und Beethovens "Ode an die Freude" startet der musikalische Abend im Akazienweg, irgendwann im Verlauf des Programms muss dann auch das Badnerlied erklingen. Nach ein, zwei Stunden ist Schluss. Dann schwätzen und lachen die Nachbarn noch ein bisschen, es gibt Getränke und Häppchen, und dann geht jeder in sein Haus zurück.

Mann mit Trompete (Foto: SWR)
An der Trompete: Karl Gramling

Und die Nachbarn, die weder musikalisch sind, noch Lust haben mitzusingen? Die gibt es auch. "Aber die freuen sich einfach, dass sowas in unserer Straße möglich ist", vermutet Karl Gramling, "zumindest hat sich noch niemand über uns beschwert!"

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SWR