Teilnehmer in bunten Kostümen feiern den Christopher Street Day (Foto: SWR)

Motto: Freiheit für die Ukraine

Tausende feiern Christopher Street Day in Mannheim

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Nach zwei Jahren coronabedingter Pause hat es wieder eine bunte Parade zum Christopher Street Day (CSD) in Mannheim gegeben. Rund 30.000 Zuschauer feierten am Straßenrand mit.

Etwa 3.000 Teilnehmer schwenkten bei dem bunten Umzug Fahnen in Regenbogenfarben, feierten, tanzten und sangen ausgelassen mit. 30 Paradewagen sorgten für die passende Musik. Laut Polizei kam es zu keinerlei Zwischenfällen, alles verlief friedlich.

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Viele junge Leute setzten ein Zeichen für Akzeptanz und Vielfalt

Unter den Teilnehmenden waren zahlreiche sehr junge Leute. Sie alle gingen auf die Straße, um sich für Vielfalt, Akzeptanz, Respekt und auch Freiheit einzusetzen. Freiheit vor allem für die Ukraine. Denn queere Menschen hätten es angesichts des Krieges und seiner Folgen besonders schwer, sagt Deniz Gedik, queerpolitischer Sprecher der Grünen Gemeinderatsfraktion.

"Transpersonen erfahren auf der Flucht häufig Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt."

In 69 Ländern würden Homo-,Trans- und Intersexuelle immer noch strafrechtlich verfolgt, in 11 Staaten drohe ihnen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung sogar die Todesstrafe, informiert Gedik. So hätten viele queere Menschen etwa in Kiew Zuflucht vor Repressionen aus Ländern wie Russland gefunden. Aber auch in anderen Nationen wie Polen, Ungarn oder Serbien würden Betroffene noch unter Diskriminierung leiden.

Bunter Mottowagen beim CSD in Mannheim zeigt den Leitspruch "Free Ukraine" (Foto: SWR)
Ein Motivwagen auf der Mannheimer Parade mit dem Motto des diesjährigen CSD.

Schirmherrin Bundesfamilienministerin Lisa Paus

Schirmherrin der Veranstaltung war in diesem Jahr Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne). Sie freue sich sehr über das Motto des CSD, schrieb Paus in ihrem Grußwort, denn die queere Community in der Ukraine brauche in diesen schweren Zeit besondere Unterstützung und Solidarität.

Luna und Lucy haben sich für den CSD "in Schale geschmissen" (Foto: SWR)
Luna (links im Bild) und Lucy fordern mehr Unterstützung für queere Menschen.

Der CSD machte zudem auf die prekäre Lage von queeren Geflüchteter auch hierzulande aufmerksam. Angehörige der Community zählten zu den vulnerablen Gruppen und bräuchten besondere Schutzräume. Ihre Unterbringung sei für sie teils "untragbar", kritisiert Deniz Gedink. Dem stimmte Luna aus Heidelberg zu. Auch sie wisse um die schwierigen Bedingungen von Betroffenen etwa in regulären Flüchtlingsunterkünften, berichtet Luna beim Christopher-Street-Day.

Die beiden Fotografen Helge und Andreas aus Freiburg schicken Kusshändchen beim CSD in Mannheim  (Foto: SWR)
Die beiden Fotografen Helge und Andreas aus Freiburg hoffen auf ausgefallene Schnappschüsse beim CSD in Mannheim.

Großes Straßenfest im Ehrenhof des Schlosses

Nach der Parade fand im Ehrenhof des Schlosses ein großes Straßenfest mit Infoständen und einem bunten Bühnenprogramm statt. Unter dem Motto "sichtbar und hörbar“ gab es in der Mannheimer Schlosskirche zudem einen "queer church“-Gottesdienst.

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