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Der Heidelberger Bluttest-Skandal machte Schlagzeilen und enttäuschte die Hoffnung vieler Brustkrebs-Patientinnen. Nun wechselt der Chef der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg.

Der umstrittene Chefarzt der Heidelberger Uni-Frauenklinik, Christof Sohn, wechselt ans Heidelberger Krankenhaus Salem. Das berichtet die "Rhein-Neckar-Zeitung" (RNZ). Demnach wird Sohn, dem maßgebliche Verantwortung am Heidelberger Bluttest-Skandal zugeschrieben wird, zum ersten Februar 2022 Chefarzt der Gynäkologie am Krankenhaus Salem.

Weltsensation zur Früherkennung von Brustkrebs, die keine war

Es war Sohn, der mit der vermeintlichen Weltsensation eines neuen Bluttests zur Früherkennung von Brustkrebs im Februar 2019 medienwirksam an die Öffentlichkeit gegangen war. Zu früh, wie sich dann herausstellte: Der Test steckte noch im Versuchsstadium, die Forschungsergebnisse waren und sind weit entfernt von einer Marktreife.

Verschiedene Untersuchungskommissionen warfen Sohn Eitelkeit, Machtmissbrauch und Führungsversagen vor. Seit gut einem Jahr war er mit einem Lehr- und Forschungsverbot belegt, das laut RNZ nun aufgehoben wurde.

Frauenklinik Heidelberg bekommt neue Struktueren

Der "Bluttest-Erfinder" komme mit diesem Schritt seinen Kritikern am Universitätsklinikum entgegen, so die RNZ. Drei von fünf Vorständen mussten wegen des Skandals ihren Hut nehmen, dazu der Klinik-Justiziar. Sohn hatte aber bislang weiterhin seinen alten Posten inne. Jetzt ist der Weg frei für eine Neustrukturierung der Uni-Frauenklinik. So soll es künftig zwei getrennte Bereiche für die Geburtshilfe für Krebserkrankungen geben.

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