Tagung zu Transfusionsmedizin

Mediziner in Mannheim warnen vor Mangel an Blutkonserven

STAND

Experten in Mannheim warnen auf einer am Mittwoch beginnenden Tagung zu Transfusionsmedizin vor einem eklatanten Mangel an Blutkonserven. Die Mediziner rufen zum Blutspenden auf.

Die Zahl der Blutspenden ist rückläufig, viele Blutbanken verzeichnen deshalb einen großen Mangel, sagt der Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin im saarländischen Homburg, Hermann Eichler. Er ist ab Mittwoch zu Gast beim 55. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) in Mannheim. Grund sei der demografische Wandel.

Erstspender dürfen höchstens 60 sein

Viele Menschen, die bisher teilweise regelmäßig Blut gespendet haben, kommen laut Eichler jetzt ins Rentenalter und fallen so aus dem Spendenpool. Ausreichend junge Spender kämen aber nicht nach. Das Höchstalter für Erstspender liegt in Deutschland bei 60 Jahren. Anlass für die Experten, zu Blutspenden aufzurufen. Auch mit diesem Thema wird sich die Tagung der Transfusionsmediziner in Mannheim vom 21. bis 23. September beschäftigen.

Eine Blutspende versorgt bis zu drei Menschen

In Deutschland werden nach Unfällen, bei Operationen, auf Intensivstationen und in der Krebstherapie jeden Tag rund 15.000 Blutspenden benötigt. Insgesamt werden laut Deutschem Roten Kreuz jedes Jahr 4,6 Millionen Vollblutspenden entnommen.

Schwerpunkt Immunhämatologie

Bei der Tagung in Mannheim befassen sich die Experten mit den vier Teildisziplinen Immunhämatologie, Hämotherapie, Transplantationsimmunologie sowie Zell- und Gewebetherapie. Vor allem die Immunhämatologie wird ein Schwerpunkt sein - von der Grundlagenforschung über die Diagnostik bis zur Behandlung von Krankheitsbildern.

STAND
AUTOR/IN
SWR