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Am Uniklinikum Mannheim gehen die Arbeiten an einem Medikament gegen die durch das Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19 weiter. Ansatz ist das Blutplasma von Genesenen.

Die zuständigen Behörden des Landes Baden-Württemberg haben die Erlaubnis zur Herstellung eines Plasma-Medikamentes zum Schutz vor dem Coronavirus erteilt, teilt das Uniklinikum mit. Das Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) hatte bereits im April eine bundesweite Initiative gestartet. Von Klinikseite heißt es, inzwischen seien 170 ehemalige Covid-19-Patienten aus der Region identifiziert, die sich für eine Plasmaspende eignen. Das Plasma dieser Menschen sei enorm wertvoll.

Blutplasma Coronavirus (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Christian Charisius/dpa)
Beutel mit Blutplasma (Archivbild) picture alliance / Christian Charisius/dpa

Noch kein Medikament am Start

Bislang gibt es noch kein zugelassenes Medikament zur Behandlung von Covid-19. Blutplasma genesener Covid-19-Patienten sei daher eine mögliche Behandlungsoption. Über 1.000 potenzielle Plasmaspender in ganz Deutschland hat das Institut der Universitätsmedizin Mannheim für Transfusionsmedizin und Immunologie gemeinsam mit weiteren Instituten des DRK Blutspendediensts Baden-Württemberg-Hessen angesprochen und daraufhin überprüft, ob sie sich als Spender eignen.

Bald erster Test in Mannheim

Das Blutplasma soll direkt bei Patienten mit mittelschweren und schweren Erkrankungsverläufen eingesetzt werden. Die Wirksamkeit wird derzeit in klinischen Studien analysiert; an der UMM startet dafür die sogenannte CAPSID-Studie. Diese deutschlandweite erste Studie ihrer Art steht unter anderem auch Patienten in Ulm, Tübingen, Frankfurt oder Homburg/Saar offen. Mit dem ersten behandelten Patienten in Mannheim wird in den nächsten Wochen gerechnet.

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