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Die Stimmung in Weinheim ist aufgeheizt: Bürger, darunter viele Landwirte fürchten, dass ihre Stadt immer mehr zubetoniert wird. Am Wochenende haben sie mit Fackeln gegen den Flächenfraß protestiert.

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Wenn Milchbäuerin Inge Großhans von ihrem Hof auf ihre Felder schaut, könnte da bald nur noch Beton sein. In den 1970er Jahren war die Familie für die Landwirtschaft extra aus Weinheim weggezogen und hatte einen Aussiedler-Hof gebaut. Jetzt müssen sie mitansehen, dass die Stadt wieder vor der Haustür steht. Denn nebenan soll ein Gewerbegebiet entstehen. 12 Hektar bester Boden würden damit verloren gehen.

Landwirtin Inge Großhans blickt über ihre Felder am Rand von Weinheim, die bald einem Gewerbegebiet weichen könnten (Foto: SWR)
Landwirtin Inge Großhans blickt über ihre Felder, die bald einem Gewerbegebiet weichen könnten

Landwirte verlieren immer mehr Ackerfläche

Nicht nur die Familie Großhans fürchtet um ihre Existenz. Den Landwirten rund um Weinheim gehen immer mehr Flächen verloren. In den letzten 20 Jahren waren es rund 110 Hektar, umgerechnet rund 150 Fußballfelder. Siedlungen und Gewerbegebiete sind dagegen gewachsen. Eine Entwicklung, die für ganz Baden-Württemberg gilt.

Wohngebiete und Straßen statt Feldern und Wäldern

70.000 Hektar oder umgerechnet knapp 100.000 Fußballfelder Ackerland und Wiese, Wald und Sumpf ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Wohngebiete und Straßen umgewandelt wurden. Das entspricht einer Fläche, die fast dreieinhalb Mal so groß ist wie die gesamte Gemarkung Stuttgarts. Täglich kommt im Durchschnitt die Fläche von gut fünf Fußballfeldern dazu -Tendenz zuletzt steigend.

Weinheimer protestieren gegen immer mehr Beton

In Weinheim formiert sich dagegen jetzt Widerstand. Mit Fackeln haben die Anwohner und Landwirte Samstagnacht das Land umstellt, das sie nicht hergeben wollen.

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