KZ-Gedenkstätte Sandhofen (Foto: MARCHIVUM Stadtarchiv Mannheim)

Erinnerung an NS-Gräuel-Taten

30 Jahre KZ-Gedenkstätte in Mannheim-Sandhofen

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Von Oktober 1944 bis März 1945 waren in den Klassenzimmern der Gustav-Wiederkehr-Schule im Mannheimer Stadtteil Sandhofen polnische Männer und Jugendliche interniert. Die Schule diente als Konzentrationslager.

Am 12.11.1990 wurde die KZ-Gedenkstätte in Mannheim-Sandhofen eröffnet, im Keller der Gustav-Wiederkehr-Schule. Die Gedenkstätte ist ein Resultat akribischer Erinnerungsarbeit von Mannheimer Bürgerinnen und Bürgern, die zur Aufklärung der Gräuel unter den Nazis in Mannheim beigetragen haben.

Zwangsarbeiter für Mannheimer Unternehmen

1.000 polnische Männer und Jugendliche, die nach dem Warschauer Aufstand zunächst nach Dachau verschleppt und dann als Zwangsarbeiter nach Mannheim deportiert wurden, waren in dem KZ interniert.

"Sandhofen war ein Lager unter dem Motto: Vernichtung durch Arbeit."

KZ-Gedenkstätte Sandhofen (Foto: MARCHIVUM Stadtarchiv Mannheim)
Historische Aufnahme der Gustav-Wiederkehr-Schule im Mannheim-Sandhofen MARCHIVUM Stadtarchiv Mannheim

Ein Drittel der Gefangenen ist an den Folgen der Zwangsarbeit und den Misshandlungen durch die SS gestorben. Ein Häftling wurde öffentlich hingerichtet, dokumentiert die KZ-Gedenkstätte in Mannheim-Sandhofen.

Mannheimer Unternehmen profitierten

Die Zwangsarbeiter wurden unter anderem bei der Daimler Benz AG eingesetzt. Als der Mannheimer Stadtjugendring das 1979 offenlegte, entschied sich das Unternehmen, sich mit seiner NS-Vergangenheit auseinanderzusetzen. Das KZ in Mannheim Sandhofen wurde zum Thema.

"Es war nicht unbezeichnend, dass die Mannheimer Politik den großen Arbeitgeber Benz nicht verschrecken, vergraulen wollte."

Keine Jubiläums-Veranstaltung

Eine Erinnerungsveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen der KZ-Gedenkstätte findet coronabedingt nicht statt.

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