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Das TV-Duell im US-amerikanischen Präsidentschafts-Wahlkampf hallt nach. Nicht wegen brillianter Inhalte. Vielmehr dominiert das Durcheinander.

Für den Heidelberger Politikwissenschaftler Martin Thunert ist klar: Das TV-Duell habe dem Ansehen der Demokratie in den USA geschadet, sagte er in einem SWR-Interview. Thunert unterrichtet am "Heidelberg Center for American Studies" (HCA). Hier beobachtet man die Entwicklung in den USA unter politikwissenschaftlichen Aspekten.

Joe Biden "erstaunlich cool geblieben"

Der demokratische Herausforderer, so Thunert, sei zwar erstaunlich cool geblieben. Dennoch habe Trump erreicht, dass sich Biden mehrfach von seiner Partei-Basis habe distanzieren müssen. Beispielsweise beim Thema einer umfassenden Krankenversicherung. Das dürfte ihm bei der linksgerichten Basis der Demokraten geschadet haben, glaubt Thunert.

Dr. habil. Martin Thunert, SWR1 Leute  (Foto: keine Angaben)
Der Heidelberger Politikwissenschaftler und USA-Experte Martin Thunert keine Angaben

Studenten analysieren Rhetorik Donald Trumps

Sicher ist: Das Duell zwischen Trump und Biden bietet den Heidelberger Wissenschaftlern - und denen, die sich damit auseinander setzen müssen - in den kommenden Wochen viel Gesprächsstoff. Thunert, seine Kollegen und seine Studenten werden die präsidentielle Rhetorik beispielsweise im anstehenden Semester auswerten und besprechen. Bislang hätten solche Debatten demokratische Ausstrahlung entfaltet, meint Thunert. Dieses Duell habe allerdings das Gegenteil bewirkt. Gerade Nichtwähler könnten sich nach dieser "Peinlichkeit", so Thunert, noch mehr bestärkt sehen, nicht zur Wahl zu gehen.

Vizepräsidentschafts-Duell zwischen Pence und Harris im Fokus

Deutlich mehr inhaltliche Auseinandersetzung erwartet sich der Heidelberger Politikwissenschaftler vom anstehenden Duell zwischen Vizepräsident Mike Pence und der demokratischen Kandidatin Kamala Harris am 7. Oktober in Utah.

Zwischen Trump und Biden, hofft Thunert, dass es zumindest in einer weiteren Debatte noch um die internationale Sicht der Beiden gehen wird. Dann allerdings mit mehr als einem Moderator - vor allem um US-Präsident Trump daran zu hindern, seinem Herausforderer pausenlos ins Wort zu fallen, hofft Politologe Martin Thunert.

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