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Schnitte an den Schultern oder im Genitalbereich: In der Kurpfalz werden in letzter Zeit vermehrt Pferde verletzt. Noch hat die Polizei keine Täter gefasst. Sie hat aber in Oftersheim (Rhein-Neckar-Kreis) Pferde- und Stallbesitzer informiert, wie sie ihre Tiere schützen können.

Die Pferdebesitzer bei der Informationsveranstaltung in Oftersheim am Dienstagabend waren beunruhigt. Viele haben in den vergangenen Wochen bereits aufgerüstet und ihre Koppeln oder Ställe mit Kameras ausgestattet, Schlösser angebracht oder in mehr Beleuchtung investiert, um mögliche Täter abzuschrecken.

Infoveranstaltung der Polizei für Pferdebesitzer in Oftersheim (Foto: SWR)
Infoveranstaltung der Polizei für Pferdebesitzer in Oftersheim

Die Polizei hat die Ermittlungsgruppe "Koppel“ gegründet. Die geht jedem Angriff auf ein Pferd nach. Dennis Häfner von der Polizei Mannheim sagt, Pferdehofbesitzer können auch selbst aktiv werden, um sich und ihre Pferde zu schützen.

"Durch Schlösser können Sie Fenster und Türen sichern, möglicherweise Bewegungsmelder und entsprechende Lichttechniken anbringen, um Täter zu verschrecken und natürlich auch eine Kamera anbringen."

Dennis Häfner / Polizei Mannheim

Polizei empfiehlt Nachbarn zu sensibilisieren

Neben der Sicherheitstechnik können aber auch ganz einfache Dinge helfen, den oder die Täter schneller zu fassen. Pferdebesitzer sollen Nachbarn oder andere Höfe darauf aufmerksam machen, was sich in letzter Zeit in der Region abspielt, sodass verdächtige Wahrnehmungen noch schneller gemeldet werden und auch an die Polizei gelangen, sagt Dennis Häfner.

Pferd auf einer Koppel in Oftersheim  (Foto: SWR, Thomas Oberfranz)
Pferd auf einer Koppel in Oftersheim Thomas Oberfranz

Ermittlungsgruppe "Koppel" tappt noch im Dunkeln

Es hat zahlreiche Angriffe gegeben - in Walldürn, Wiesloch, Heidelberg, Heddesheim, Oftersheim, Hockenheim und dem Neckargemünder Ortsteil Dilsberg. Mehrere Pferde wurden dabei verletzt, meistens waren es Stuten. Es ist bisher auch nicht klar, ob es nur ein Täter war oder mehrere. Vielleicht gebe es auch Nachahmer, sagt der Polizeisprecher.

Viele Falschinformationen im Umlauf

Laut Polizei kursieren viele falsche Informationen zu den Angriffen - auch in sozialen Netzwerken. Man gehe nicht von einem sexuellen Hintergrund aus. Auch gehe das eingeschläferte Pferd höchstwahrscheinlich nicht auf das Konto eines Angreifers. Es wurde obduziert und es könnte auch eines natürlichen Todes gestorben sein.

Wachsam sein

Die Polizei appelliert: Sollten Pferdebesitzer, Reiter oder Spaziergänger verdächtige Personen in der Nähe von Pferden sehen, dann sollen sie die Polizei unter der 110 rufen. Glücklicherweise hat es seit zweieinhalb Wochen in der Kurpfalz keine Angriffe mehr auf Pferde gegeben.

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