3D-Animation mit Bildschirm mit Hand und 3D-Herz (Foto: AMERIA AG)

Möglicher Einsatz: E-Handel, Medizin, Produktdesign, Gaming

Nächstes großes KI-Ding? Laptop ohne Tastatur und Maus, made in Heidelberg

Stand
AUTOR/IN
Sabrina Mann
ONLINEFASSUNG
Wolfgang Kessel
Wolfgang Kessel, Redakteur beim SWR in Mannheim (Foto: SWR, Wolfgang Kessel)

Ein Laptop ohne Maus und Tastatur mit 3D-Grafik, gesteuert nur durch Gesten des Nutzers. So soll ein neues KI-Produkt der Heidelberger Softwarefirma Ameria funktionieren.

Die Heidelberger Software-Firma Ameria, die sich mit künstlicher Intelligenz (KI) und "Deep-Tech" (Deep Technology) beschäftigt, entwickelt seit Anfang 2023 das Produkt "Maverick AI". Marktreif ist es aber noch lange nicht: Bis Ende dieses Jahres plant das Unternehmen, es hundert externen Testern zur Verfügung zu stellen. Am Donnerstag hat die Firma ihre neueste Entwicklung erstmals den Medien präsentiert.

Was ist "Maverick AI"?

Das "AI" hinter dem Produktnamen "Maverick" steht für "artificial intelligence" - auf deutsch: künstliche Intelligenz. Es ist laut der Heidelberger Firma Ameria "gleichzeitig ein moderner Laptop, ein persönlicher Assistent und ein Gerät zur Nutzung von 3D-Inhalten". Die User benötigen demnach dafür keine Zusatzgeräte wie eine Maus oder eine VR-Brille (VR = virtual reality) - alles soll berührungslos funktionieren.

Laptop vor schwarzem Hintergrund ohne Tastatur und Maus (Foto: AMERIA AG)
Ohne Maus und ohne Tastatur: Prototyp des "Maverick AI"-Laptops der Heidelberger Firma Ameria

3D-Modell: Ein Schuh schwebt über dem Laptop

Ein Beispiel: Eine Userin oder ein User interessiert sich für ein paar Schuhe aus dem Sortiment eines Online-Shops. Dort, wo bei handelsüblichen Laptops die Tastatur ist, schwebt beim "Maverick AI"-Laptop das 3D-Modell des Schuhs im freien Raum. Die Userin oder der User können den Schuh jetzt nur mit Gesten und Bewegungen drehen oder vergrößern, um sich von dem Objekt ein genaues Bild machen zu können.

"Maverick AI" könnte aber nicht nur im elektronischen Einzelhandel zum Einsatz kommen, sondern zum Beispiel auch in der Medizin, im Produkt-Design und bei Computer-Spielen.

Erste Exemplare könnten Ende 2025 auf dem Markt sein

Am Ende dieses Jahres sollen die ersten 100 Geräte an Tester verschickt werden, hieß es bei der Vorstellung am Donnerstag. Sie sollen überprüfen, ob alles reibungslos funktioniert oder ob Dinge geändert werden müssen. Unter den Testern werden beispielsweise Geschäfte aus dem Luxussegment sein, die mit dem neuen Laptop ihren Kunden Produkte in 3D präsentieren können, die sie noch nicht physisch im Geschäft vorrätig haben. Die Firma geht davon aus, dass die Testphase etwa sechs bis zwölf Monate dauern wird. Bis Ende 2025 könnten dann die ersten Exemplare zum Verkauf stehen. Der Preis soll zwischen 2.000 und 2.500 Euro betragen, teilte das Unternehmen mit.

Was stellt die Ameria AG in Heidelberg her?

Die Ameria AG wurde 2018 in Heidelberg gegründet und beschäftigt eigenen Angaben zufolge aktuell 64 Mitarbeitende. Die Firma konzentriert sich "auf die Entwicklung neuer Lösungen für die Mensch-Maschine-Interaktion". Die Ameria AG ist laut einer Mitteilung mittlerweile der "weltweit führende Anbieter für die berührungslose Interaktion mit Bildschirmen und integrierte Gestensteuerung".

Mehr zum Thema Künstliche Intelligenz (KI)

Heidelberg

Thementag am Kurfürst-Friedrich-Gymnasium KI in der Schule: Hat ChatGPT den Schulalltag schon verändert?

Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz: Darüber haben sich in einem Heidelberger Gymnasium Forscher mit Schülern und Lehrern ausgetauscht. Auch über ChatGPT im Schulalltag.

SWR4 am Mittwoch SWR4

Heidelberg DKFZ

Bundesgesundheitsminister in Heidelberg KI in der Medizin: Lauterbach im DKFZ in Heidelberg

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat am Dienstag in Heidelberg das EMBL und das DKFZ besucht - thematischer Schwerpunkt der Reise: Künstliche Intelligenz in der Medizin.

SWR4 BW am Dienstag SWR4 Baden-Württemberg

Heidelberg

Übung am Uniklinikum Heidelberg Rettungskräfte trainieren mit KI Großeinsätze mit vielen Verletzten

Rettungskräfte haben mit modernster Technik am Uniklinikum Heidelberg die Abläufe bei einem Großschadensereignis trainiert. Die Übung ist Teil eines dreijährigen Projekts.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg