Aktivisten in Heidelberg (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Rene Priebe)

Nach Protestaktion bei Heidelbergcement

Verfahren wegen Hausfriedensbruchs eingestellt

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Das Heidelberger Amtsgericht hat ein Verfahren gegen vier Klimakaktivisten eingestellt. Die Umweltschützer hatten sich gegen den Vorwurf des Hausfriedensbruchs gewehrt.

Das Bündnis "Wurzeln in Beton" hatte im August vergangenen Jahres an einer Protestaktion vor der Firmenzentrale von Heidelbergcement teilgenommen. Vier Studenten aus Tübingen und Stuttgart waren mit Leitern auf das Vordach des Unternehmens geklettert und hatten dort ein Transparent angebracht.

Protest gegen Aktivitäten auf Java

Der Protest der Umweltschützer richtete sich gegen Aktivitäten des Unternehmens auf der indonesischen Insel Java und den massiven CO2-Ausstoß bei der Zementproduktion. In Folge der Protestaktion wurde den Beteiligten Hausfriedensbruch vorgeworfen und eine Strafe von 1.500 Euro pro Person verhängt.

Der Prozess läuft. Volle Solidarität mit unseren vier vom Dach! Schluss mit der Kriminalisierung von Klimaaktivist*innen! #wurzelnimvordach #wurzelnimbeton #allegegenheidelbergcement https://t.co/T9EPCvAZ0e

Niedrigere Geldstrafe

Während der Verhandlung protestierten Klima-Aktivisten vor dem Gerichtsgebäude (Foto: SWR)
Während der Verhandlung protestierten Klima-Aktivisten vor dem Gerichtsgebäude

Jetzt entschied das Gericht, dass die vier Aktivisten eine Geldbuße bezahlen müssen - allerdings fällt sie nun deutlich niedriger aus. Die Strafen für die vier Männer im Alter von 20 bis 31 Jahren liegen nur noch zwischen 300 und 750 Euro. Das Geld wird an gemeinnützige Organisationen weitergegeben. Im Gegenzug wird das Verfahren wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs eingestellt.

Aktivisten berufen sich auf "Klimagerechtigkeit"

Im Vorfeld des Urteils hatten die Angeklagten eine Erklärung abgegeben: Bei der Aktion sei es darum gegangen, auf Klimagerechtigkeit aufmerksam zu machen und nicht den Hausfrieden zu stören. Man erkenne die Strafbarkeit des eigenen Handelns an.

Immer wieder Kritik an Heidelbergcement

Umweltschützer kritisieren immer wieder den angeblichen sozial-ökologischen Wandel des Unternehmens als bloßes "Greenwashing" . Damit werfen sie dem Unternehmen vor, sich selbst öffentlich umweltfreundlicher und verantwortungsbewusster darzustellen, als es eigentlich ist. Zuletzt gab es Proteste in Heidelberg und vor dem Werk in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis).

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