Ein City-Roller für Deliyah aus Rauenberg

Aktion "Schenks weiter" für schwerkranke Kinder

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Manchmal passt ein Weihnachtsgeschenk einfach nicht. Der Bundesverband Kinderhospiz hatte eine Idee: Die Geschenke an schwerkranke Kinder weitergeben. Die 13-jährige Deliyah aus Rauenberg (Rhein-Neckar-Kreis) freut sich darüber.

Zu klein, zu groß oder einfach nicht der eigene Geschmack: alle Jahre wieder gibt es mitunter Geschenke, die nicht ganz passen. Jedenfalls nicht für einen selbst. Für andere schon. Der Bundesverband Kinderhospiz hat daher die Aktion "Schenks weiter" ins Leben gerufen. Ungewollte Geschenke bekommen schwerkranke Kinder und ihre Familien.

City-Roller sorgt für Begeisterung

Und so fand ein City-Roller in Deliyah Deimel eine neue Besitzerin. Sie lebt in Rauenberg (Rhein-Neckar-Kreis). Was für gesunde Kinder nur ein Spielzeug sein mag, bedeutet für die 13-jährige ein Stückchen mehr Normalität – und die ist unbezahlbar.

Deliyah Deimel – eine Kämpferin

Deliyah Deimel leidet am Ultra-Kurzdarmsyndrom. Das Mädchen kam mit offener Bauchdecke zur Welt. Die Prognose war nicht gut: "Sie wurde notgetauft. Es hieß, dass sie es nicht überleben wird", erinnert sich Mutter Yvonne Deimel. Die Ärzte gaben dem Mädchen nur zwei Jahre. Mitte Dezember ist Deliyah Deimel 13 Jahre alt geworden.

"Man sieht nicht, dass sie krank ist. Im Endeffekt wird sie von der Pumpe täglich am Leben erhalten."

Normaler Teenager trotz schwerer Krankheit

Das zarte Mädchen aus Rauenberg hat kaum noch Dünn- und Dickdarm. Wird über einen Katheter ernährt. Keime und Bakterien sind für die 13-Jährige lebensgefährlich. Von jetzt auf gleich kann sich ihr Zustand verschlechtern. Trotz großer Herausforderungen im Alltag bemüht sich die Familie um so viel Normalität wie nur möglich.

Wunschliste für 2022

Yvonne Deimel kümmert sich nahezu im Alleingang um die Pflege der 13-Jährigen – und das neben ihrem Beruf als Pflegerin. Eine Dauerbelastung. Für das nächste Jahr wünscht sich die Familie weniger Krankenhausaufenthalte und finanzielle Unterstützung für ein neues Auto. Beim alten Familienauto lief der TÜV aus und die Familie weiß nicht, wie sie die regelmäßigen Krankenhausbesuche in Tübingen stemmen soll.

Eine kleine Freude im Alltag

In Deutschland gibt es rund 50.000 Familien, die ein lebensverkürzend erkranktes Kind in ihrer Mitte haben. Neben all den Ängsten plagen die Familien auch oft finanzielle Sorgen. Mit der Aktion "Schenks weiter" des Bundesverbands Kinderhospiz kann man betroffenen Familien mit kleinen Geschenken eine riesige Freude bereiten.

Durch regelmäßigen Kontakt weiß der Bundesverband Kinderhospiz, was in den Familien gebraucht wird und kann die ungewollten abgegebenen Geschenke passgenau weiterleiten.

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