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Zwei Jahre lang waren die Mannheimer Adler amtierender Meister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Die vergangene Saison war schließlich vor den Play-Offs abgebrochen worden. Umso überraschender kam jetzt das Aus - auch für Adler-Geschäftsführer Matthias Binder, der im SWR-Interview in die Zukunft blickt.

Nach einer grandiosen Vorrunde mit einem nie gefährdeten Platz eins in der Tabelle der DEL-Südgruppe war für die Mannheimer Adler am vergangenen Freitag Schluss im Kampf um die Titelverteidigung in der Deutschen Eishockey-Liga. Im Halbfinale ist das Team von Trainer Pavel Groß an Außenseiter Wolfsburg gescheitert.

Erhobenen Hauptes in die Sommerpause gehen

Dennoch: Die Adler gehen nach einer sehr außergewöhnlichen Saison erhobenen Hauptes in die verfrühte Sommerpause. Adler-Geschäftsführer Matthias Binder, auch wenn Adler-Trainer Pavel Gross nach dem Ausscheiden erst einmal unglücklich und wütend klang. Der Adler-Coach hatte erneut seinem Unmut über die Liga Luft gemacht. Das Ausscheiden gegen die Grizzlys Wolfsburg am Freitag habe auch mit dem seiner Meinung nach unzureichenden Corona-Management der DEL zu tun.

"Wir sind enttäuscht, dass wir nicht um die Meisterschaft spielen. Das ist unser Anspruch. Aber kein Vorwurf an das Team."

Matthias Binder, Geschäftsführer Mannheimer Adler

Schwierige Situation auf und neben dem DEL-Eis

Es sei eine äußerst anstrengende und schwierige Saison gewesen, räumt Matthias Binder ein. Die Hygienekonzepte hätten zumindest am Anfang die Hoffnung geweckt, halbvolle Arenen bespielen zu können. Das ging dann aber nicht. Dazu fallen 50 Prozent der Einnahmen weg, denn die kommen auch beim Vorzeige-Klub der DEL, den Mannheimer Adlern, über die Zuschauer.

DEL für Hygiene-Konzept Respekt zollen

Dennoch möchte Binder der DEL ein gutes Zeugnis ausstellen. Man habe die Liga spielen können. Verkürzt, aber dennoch sei der Plan aufgegangen. Man müsse sich das aus Profi-Sicht vorstellen: Jeden zweiten Tag einen Corona-PCR-Test zu machen, das sei ein enormer Druck. Keiner möchte der Schuldige sein, der das Team lahmlegt, so Binder im SWR-Interview. Die Spieler hätten das Konzept auch zu Hause sehr ernst genommen.

Kommende Saison nur mit Zuschauern vorstellbar

Die Zukunft - eine weitere Saison ohne Zuschauer - ist für Matthias Binder nur mit Publikum wirtschaftlich denkbar.

"Eine weitere Saison ohne Zuschauer kann wirtschaftlich nicht geschultert werden. Weitere Gehaltsreduzierungen bei allen Beteiligten sind nicht mehr machbar. Wir müssen in geraumer Zukunft wieder mit Zuschauern planen können."

Matthias Binder, Geschäftsführer Mannheimer Adler

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